Diskussionsabend Σάββατο, 10. Νοέμβριος 2018 in
Görlitz

Der Schoß ist fruchtbar noch

80 Jahre Nationalsozialistische Pogromnacht

Δημιουργός: Annett Jagiela. Creative Commons License LogoThis image is licensed under Creative Commons License.
Date, Time
Σάβ, 10. Νοε 2018,
6:30 μμ – 9:00 μμ Save in my calendar
Γλώσσα
Deutsch
Organizer
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)

Am 9.11.2018 jährt sich das Gedenken an die sogenannte “Reichskristallnacht“. Die Erinnerung an diese Nacht ist heute wichtiger denn je: In Chemnitz und Köthen mussten wir erleben, wie sich Wut, Aggression und Hetze auf den Straßen gegen Minderheiten entluden. In Zeiten, wo auf Demonstrationen Politikerbilder mit Galgen kursieren, kritische Journalisten unter „JudasWatch“ gelistet sind und Parteien Anfragen stellen nach Namenslisten von jüdischen Mitbürger*innen oder Aktiven der LGBTQI-Community, fühlen wir uns in Zustände zurückversetzt, die viele überwunden glaubten. In Ostritz wird es im November zu einem weiteren Neonazi-Festival kommen. Wir tragen heute Verantwortung dafür, dass sich etwas wie die “Reichskristallnacht“ nicht wiederholt.

Im Rahmen einer Diskussionsrunde möchten wir über die Ereignisse in Görlitz 1938, die Radikalisierung unserer Sprache und der Gesellschaft sprechen und zusammen nach einem Umgang mit den Verhältnissen heute suchen.

Impulse:
Dr. Markus Bauer, Förderkreis Görlitzer Synagoge e.V.
Paulina Fröhlich, Kleiner 5 und Tadel verpflichtet! e.V.
Jan Ludwig, Journalist dpa und Autor von “Populismus“

Moderation:
Franziska Schubert, MdL Bündnis90/Die Grünen
Annett Jagiela, Co-Sprecherin Kreisverband Görlitz Bündnis90/Die Grünen

Ort: CVJM Herberge Peregrinus
Langenstraße 37, 02826 Görlitz

Eintritt: Frei

Im Vorfeld dieser Veranstaltung findet ein Stolperstein-Spaziergang statt. Treff dafür ist 16 Uhr an der Salomonstr. 41.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei tausende jüdische Geschäfte, Wohnungen und Synagogen geplündert, zerstört und ausgebrannt. Menschen wurden ermordet, verhaftet, verschleppt. Die Aktionen wurden von der NSDAP organisiert und von Teilen der SA, der Feuerwehr, Polizei sowie HJ umgesetzt. Viele Gaffer bejubelten die Aktionen oder sahen schweigend zu. Selten griffen Deutsche ein, um jüdische Mitbürger zu schützen.
Die Pogromnacht war selbstredend nicht der Beginn von Diskriminierung, Schikanierung und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland, aber in seiner Intensität und seinem Ausmaß eine unmissverständliche Kriegserklärung. In der Folge wurden jüdische Organisationen aufgelöst und die jüdische Presse verboten, soweit noch vorhanden. Jüdischen Bürgern war es fortan praktisch unmöglich, einen Beruf auszuüben, eine Vielzahl von Schikanen und Verboten erschwerte das Leben vieler Minderheiten im ganzen Land. Viele verließen das Land.
Die jüdische Gemeinde von Görlitz zählte 1890 über 700 Mitglieder. Sie schrumpfte in den 1920er Jahren auf 400 Mitglieder. Nach 1933 flohen viele vor dem Naziterror ins Ausland. In der Pogromnacht von 1938 wurde die Görlitzer Synagoge in Brand gesetzt. Allerdings rückte hier die Feuerwehr aus, um den Brand zu löschen. Die Görlitzer Synagoge wird heute als Kultur- und Begegnungszentrum genutzt.