Thursday, 13. December 2007

Fachtagung: Religionen und Geschlecht

Miteinander leben – Geschlechterdemokratie im multireligiösen Europa

Date, Time
Thursday, 13. December 2007, 9:00 am
Organizer
Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung
In Europa werden seit Ende der 1990er Jahre in Staat und Organisationen Fragen und Wege zu Geschlechterdemokratie diskutiert und entwickelt. Ziel ist u.a. geeignete Strukturen zu schaffen,damit Frauen und Männer mit ihren unterschiedlichen Lebensrealitäten gleichberechtigt an Entscheidungsprozessen beteiligt werden und von den Ergebnissen profitieren.

Religionen sind auch institutionelle Systeme mit größtenteils patriarchalen Strukturen. Sie haben in den letzten Jahren in Europa eine stark mobilisierende Kraft wiedererlangt. In diesem Zusammenhang müssen verfassungsrechtliche Grundsätze, Religionsfreiheit einerseits, Geschlechtergleichstellung andererseits überprüft werden. Die Tagung thematisiert die Beziehung von Staat, Religion und Geschlecht am Beispiel der EU-Staaten Polen,Tschechien, Österreich und Deutschland.

Welcher Stellenwert kommt dem Recht auf Religionsfreiheit und dem Tendenzschutz unter feministischen und geschlechterdemokratischen Aspekten zu? Welche Möglichkeiten des Dialogs und der Anerkennung verschiedener Auffassungen gibt es innerhalb eines Staates und zwischen den EU-Mitgliedstaaten? Welche Zielkonflikte, Ansätze zur Lösung gibt es? Anhand welcher Grundsätze und Normen ist das Verhältnis von Staat und Religion in den verschiedenen Staaten gestaltet? Welchen Rahmen steckt die EU für die rechtliche Anerkennung und den Schutz von Geschlecht und Religion? Wie beeinflussen sich Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstruktionen und Religionen gegenseitig? Wie nehmen religiöse Organisationen und Gruppen an der Debatte um Geschlecht und Demokratie teil? Wie setzen sie entsprechende Prinzipien in ihrer lokalen Praxis um?

Ziel der Tagung ist es insbesondere:
  • einen Überblick über die rechtliche Situation in Bezug auf die Regelung des Verhältnisses von Staat und Religion in den vier Ländern sowie auf europäischer Ebene zu geben;
  • Weiblichkeits- und Männlichkeitskonstruktionen in den Religionen aufzuzeigen und ihren Einfluss auf gesellschaftspolitische Handlungen und Haltungen zu erörtern;
  • die Wechselwirkungen zwischen politischen Institutionen und Religionsgemeinschaften zu beleuchten;
  • Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Gleichstellungs- und Geschlechterpolitiken zu ziehen.