Sowjetisches Erbe: Fabrik in Bender, Transnistrien, CISR Sommerschule 2017

Podiumsdiskussion

Dienstag, 05. Dezember 2017 18.30 – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Podiumsdiskussion

Der Kampf um die Erinnerung

Konflikte und Sowjetisches Erbe in Transnistrien und der Ostukraine

Entlang der Konflikte im Osten Moldaus und der Ukraine, an denen sich Russland aktiv beteiligt, entzündeten sich heftige Diskussionen über das sowjetische Erbe, die Rekonstruktion der Erinnerungslandschaften und die Verabschiedung von Erinnerungsgesetzen.

In der Ukraine wurde zwar im Rahmen der Dekommunisierung das Verwenden kommunistischer Symbole verboten, doch ob dies zu einem tiefgreifenden Umdenken des totalitären und autoritären Erbes oder nur zur oberflächlichen Rekonstruktion der Erinnerungslandschaft führte, ist nach wie vor strittig. Während in einigen Ländern die Konflikte unter russischer Beteiligung offenkundig eine Dekommunisierung fördern und vorantreiben, führen sie in anderen Ländern hingegen zur Restaurierung vieler sowjetischer Symbole und zu einer Stärkung der Diskurse des „Stolzes auf die große sowjetische Vergangenheit“. Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Konflikte die sowjetische Vergangenheit in die Gegenwart transportiert und aktualisiert haben und ihr gewissermaßen einen „einen zweiten Atem“ verleihen. Damit steht auch die Frage im Raum, ob es grundsätzlich möglich und notwendig ist, den „9. Mai“ zu dekommunisieren.

Inwiefern sind sowjetische Praktiken, Symbole und Diskurse in gegenwärtigen Erinnerungspolitiken, Gedenken der Opfer und Helden neuer Konflikte gefragt?  Welchen Platz nimmt der Patriotismus der militaristischen Ausrichtung in gegenwärtigen Erinnerungspolitiken ein und wie ist er mit dem Gedenken an den Zweiten Weltkrieg verbunden? Wie kann eine Strategie des Umdenkens gestaltet sein, die eine friedliche Konflikttransformation fördert?

An diesem Abend greifen Expert/innen aus Europa, der Ukraine und Russland diese Aspekte in Kurzvorträgen und einer anschließenden Diskussion auf.

Mit:

  • Sergiu Musteaţă, Historiker, Professor an der „Ion Creangă” Pädagogische Universität Moldau, Chișinău
  • Tatiana Vorozheikina, Politologin, Hochschule für Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Moskau
  • Svitlana Osypchuk, Historikerin, Zentrum für Holocaust-Studien und die Internationalen Assoziation der Geisteswissenschaftler, Kiev
  • Jan C. Behrends, Historiker, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
  • Kommentar von Andrei Deviatkov, Politologe, Hochschule für Wirtschaft der Akademie der Wissenschaften der Russischen Föderation.

Moderator: Walter Kaufmann, Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

Zu Beginn gibt es eine Buchvorstellung der englisch-russischen Publikation: Non-Objective Conflicts: Political practices of sharing the common past. Russia, Ukraine, Moldova and Transnistria

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Center for Independent Social Research e.V. (Berlin).

Sprache: Die Veranstaltung findet auf Russisch und Deutsch mit Simultanübersetzung statt.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Information:
Katja Giebel
Heinrich-Böll-Stiftung
Referat Ost- und Südosteuropa
T +49 (0)30 285 34 388
E giebel@boell.de

Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
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Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Teilnahmegebühren
frei