Montag, 18. Mai 2020 /
Berlin

Frauen im 2. Weltkrieg: Erinnerungen, Rollenbilder, Tabus

9. Europäisches Geschichtsforum

Urheber/in: Arinda Craciun. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Mo., 18. Mai 2020,
09.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Sprache
Deutsch
Englisch
Russisch
Simultanübersetzung
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen

Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges, dessen Ende sich 2020 zum fünfundsiebzigsten Mal jährt, wird zumeist politisch, militärisch und völkerrechtlich erzählt. Die dominierenden Akteure und Entscheidungsträger in den Geschichtsbüchern sind Männer: Diktatoren, Staatspräsidenten, Soldaten, Partisanen, Widerständler. Unter die in den verschiedenen Nationen erinnerten Helden mischen sich nur vereinzelte Heldinnen.

Mit seinem regionalen Fokus auf Ost- und Südosteuropa will das Europäische Geschichtsforum 2020 einen Impuls setzen, Kriegs- und Nachkriegsgeschichte unter dem Gesichtspunkt zu analysieren, welche Rollen Frauen der direkt oder indirekt am Krieg beteiligten Länder einnahmen und in wieweit ihre großen Überlebensleistungen, ihre Entscheidungen und ihre Leiderfahrungen in Geschichtswissenschaft und Geschichtsdarstellungen einen Platz finden können. Der kritische Vergleich von Geschichtsdiskursen in verschiedenen Ländern macht deutlich, wie stark die Würdigung bzw. die Tabuisierung von weiblichen Kriegserfahrungen von übergeordneten Rollenbildern und politischer Opportunität abhängt.

Wir wollen mit dem diesjährigen Europäischen Geschichtsforum dazu einladen, einige durch die Geschlechterrollen vorgegebenen Konstellationen beispielhaft zu betrachten und den Wandel der Geschichtsdarstellungen über Frauen in den letzten 75 Jahren zu diskutieren.

Mit

  • Swetlana Alexijewitsch, Autorin, Berlin (tbc)
  • Ankica Čakardić, Universität Zagreb
  • Adela Jušić:, Künstlerin, Sarajewo (tbc)
  • Kateryna Kobchenko, Historikerin, Kiew

und vielen anderen

 

Die Konferenz wird in deutscher, englischer und russischer Sprache (jeweils zu verstehen als Lingua franca) mit Simultanübersetzung stattfinden.

Um Anmeldung wird gebeten.

 

Die von der Heinrich-Böll-Stiftung und ihrem russischen Partner, dem Wissenschaftlichen Informationszentrum Memorial, gemeinsam begonnene Initiative „Europäisches Geschichtsforum“ hat das Ziel, v.a. jüngeren Historiker/innen, Mitarbeiter/innen von Museen, Medien und Nichtregierungsorganisationen aus Ost-, Südost- und Westeuropa die Gelegenheit zum Austausch zu geben. So soll ein gesamteuropäischer Diskurs zu Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik vorangebracht werden. Das Forum richtet sich zugleich an alle, die sich beruflich, ehrenamtlich oder privat kritisch mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts und ihrer Vermittlung beschäftigen.

 

Information:   
Nina Happe
Referat Ost- und Südosteuropa
Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail: happe@boell.de
Telefon +49 (0) 285 34 - 384