Samstag, 09. Mai 2020 /
Essen

Ich spreche, also bin ich

Rassismuskritische Sprache im Alltag richtig nutzen

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Datum, Uhrzeit
Sa., 09. Mai 2020,
10.00 – 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
➽ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Sprache
Deutsch
Teilnahmegebühren
Ticket Created with Sketch.
Der Standardpreis ist inklusive Getränke während des Seminars, Mittagessen und Seminarmaterial.
Veranstalter/in
Landesstiftung Nordrhein-Westfalen
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Egal, ob morgens beim Zeitungslesen, abends bei der Tagesschau, beim Gespräch mit Freunden oder in der Familie oder bei einer öffentlichen Diskussion im Ehrenamt: Sprache ist die Grundlage für das gemeinsame Agieren, den Meinungs- und Informationsaustausch und damit auch die Grundlage für unser Zusammenleben. Worte können Freude und Glück schenken, aber auch genauso leicht verletzen. Wer sich daher für eine offene, solidarische und vielfältige Gesellschaft einsetzt, in der Diskriminierung und Rassismus keinen Platz haben, muss sich auch über die eigenen Worte Gedanken machen. Denn gerade in der Sprache können Fettnäpfchen liegen.
Über unsere Sprache vermitteln wir gleichzeitig gedankliche Deutungsrahmen (Frames) und transportieren damit meistens unbewusst unsere Sicht auf die Wirklichkeit.
Frames sind meist subtil, aber dennoch stark in der Wirkung und können für andere Personen diskriminierend und ausgrenzend sein. So stolpert man in Medien und öffentlichem Sprachgebrauch häufig über Begriffe wie "Sozialtropf" oder "Flüchtlingswelle", die zugleich bestimmte Konzepte und Abwertungen von Personengruppen vermitteln. Viele Begriffe zur Bezeichnung von Menschen, Ländern und Regionen stammen außerdem aus der Kolonialzeit und sind damit mit einer eurozentrischen Perspektive belegt. Sie wirken deswegen abwertend oder beleidigend, beschönigen oder sind Fremdbezeichnungen, die die Eigenbenennung der Betroffenen ignorieren.
In diesem Seminar werfen wir deswegen einen Blick darauf, wie Framing funktioniert, was Rassismus ist und in welchem Zusammenhang Sprache und Rassismus stehen. Anhand konkreter Beispiele noch immer verwendeter, Rassismus transportierender Begriffe suchen wir gemeinsam nach Alternativen und praktischen Lösungen für den eigenen Rassismus freien Sprachgebrauch. Wir entwickeln außerdem praktikable Strategien, um in der Öffentlichkeit, in institutionellen Texten oder in sozialen Netzwerken auftauchender rassistischer Sprache entschieden zu begegnen.

UNSERE SEMINARZIELE:
- Die Teilnehmenden kennen die Grundlagen des Framing
- Die Teilnehmenden können ihren eigenen Sprachgebrauch kritisch reflektieren
- Die Teilnehmenden verfügen über Strategien, um rassistischen Sprachmustern entschieden zu begegnen.

Das Seminar richtet sich an alle ehrenamtlich, bürgerschaftlich und politisch engagierte Menschen sowie an alle Interessierten, die ihren eigenen Sprachgebrauch näher unter die Lupe nehmen und sich für eine rassismuskritische Verwendung von Sprache im privaten und öffentlichen Diskurs einsetzen wollen.

Es wird mit 8 Stunden für das Politikmanagement-Zertifikat der GreenCampus-Weiterbildungsakademie im Bereich "Antirassismus" anerkannt.