Diskussionsreihe

Donnerstag, 07. Oktober 2021 19.00 Uhr – Donnerstag, 04. November 2021, 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Diskussionsreihe

Lesekreis: Einführung in kritische Gesellschaftstheorien

Teil 3: Kritische Theorie

In diesem dritten Teil des Lesekreises zur Einführung in die Kritische Theorie – der erste Teil beschäftigte sich mit Texten von Marx, der zweite Teil mit Freud – geht es um Grundlagentexte der Kritischen Theorie von Horkheimer, Adorno und Marcuse. Auch wenn die ersten beiden Teile zu Marx und Freud eine sinnvolle Basis dafür waren, kann der Lesekreis aber problemlos auch nur für sich besucht werden.
„Philosophie, die einmal überholt schien, erhält sich am Leben, weil der Augenblick ihrer Verwirklichung versäumt ward.“ So beginnt Adorno seine Negative Dialektik von 1966 und begründet damit die weiterhin notwendige Beschäftigung mit Philosophie, weil die von Marx erhoffte Revolution ausgeblieben war. Da die Hoffnung auf eine „befreite Gesellschaft“, also die Überwindung der „verwalteten Welt“ immer noch das erklärte Ziel der Kritischen Theorie war - trotz der fast vollständigen Integration der Arbeiter*innenklasse als potentiell revolutionärem Subjekt – erlangt die Theorie einen noch größeren Stellenwert als bisher, auch als Flaschenpost für bessere Zeiten. Im vom deutschen Faschismus erzwungenen Exil in den USA führen sie ihre Untersuchung zur Authoritarian Personality (Studien zum Autoritären Charakter) durch, die immer noch als bahnbrechend gilt. Trotz der Integration empirischer Studien in ihre Theorie bleiben sie ihrer Kritik an den positivistischen Wissenschaften treu, die sie auch nach ihrer Rückkehr nach Frankfurt (Marcuse bleibt in den USA), in zahlreichen Wissenschaftsdebatten verteidigen.
Ihre grundsätzliche antiautoritäre Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft als Herrschaftstotalität, die alle Lebensbereiche durchdringt, war für die weltweite 68er Bewegung ein wichtiger Bezugspunkt, die nach einer emanzipatorischen Perspektive zwischen Spätkapitalismus und dem Modell der Sowjetunion suchten. Auch heute noch ist die Beschäftigung mit der Kritischen Theorie eine wichtige Grundlage dafür.
Eine genauere Textauswahl erfolgt nach der Anmeldung und rechtzeitig vor Beginn des Blocks. Es werden leicht zugängliche Einstiegstexte sein.

Termine: 07.10., 15.10., 22.10, 29.10. und 04.11.

Die Anmeldung gilt für alle fünf Sitzungen. Wir wünschen uns eine kontinuierliche Teilnahme an allen Terminen. Wegen der Teilnahmebegrenzung bitten wir nur um wirklich verbindliche Anmeldungen.

Seminarleitung: Micky Haque (Politologe und Mitglied im Arbeitskreis Internationale Politik und Politische Theorie des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung)

Realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.
Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Sprache
Deutsch