Mittwoch, 27. Januar 2010 19.30 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Mittwochsgesellschaft mit Karl-Martin Hentschel

Politik ohne Geld

Die Neujahrsbotschafter haben es wiederholt: Deutschland durchlebt eine Krise. Das Land ist heute mit 1,6 Billionen Euro hoch verschuldet. Gleichzeitig verlangt der Bildungssektor nach zahlreichen Investitionen, das Pflege- und Gesundheitswesen steht vor gewaltigen Herausforderungen, der Klimawandel erfordert den Umbau ganzer Wirtschaftszweige. Während die Kluft zwischen Arm und Reich weiter aufreißt, wird der staatliche Handlungsraum immer enger. Soziale Desintegration führt dazu, dass immer mehr Menschen demokratiekritische Positionen einnehmen, weil sie sich nicht angemessen vertreten fühlen. Wie kann es gelingen, wieder für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen? Wie kann man in Zeiten geleerter Staatskassen dennoch Politik für die Menschen machen?

Karl-Martin Hentschel, Abgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen in Schleswig-Holstein, vertritt die Idee des Lastenausgleichs als Mittel zur Entschuldung des Staates. Durch die Nachkriegs-Währungsreform von 1948 verloren Vermögende bis zu 90 Prozent ihres Geldes an den Staat, bezahlten dadurch die Kriegsfolgen und erzeugten, laut Hentschel, den Boom der 1950er Jahre.
Veranstalter*in
Landesstiftung Brandenburg