Workshop Dienstag, 08. November 2016 /
Berlin

-ausgebucht- Die Open Source Ecology – Blaupause einer Wirtschaft des 21. Jahrhunderts?

Workshop

Datum, Uhrzeit
Di., 08. Nov. 2016,
10.00 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Teilnahmegebühren
Ticket Created with Sketch.
frei
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)

Unsere Art des Wirtschaftens erschöpft und verheizt zunehmend menschliche und natürliche Ressourcen. Weltweit entwickeln sich immer mehr Widerstände gegen diese auf globale Ausbeutung, Massenkonsum und grenzenlose Gewinnmaximierung konzentrierte Wirtschaftsweise. Diese Widerstände setzen bei der skrupellosen Ausnutzung der menschlichen Arbeitskraft, der enormen Ressourcenverschwendung, dem Konkurrenzgebahren von Konzernen und Staaten und der Geheimhaltung und Patentierung von Wissen und Methoden an. 

Eine der Bewegungen, die nach nachhaltigen Alternativen suchen, ist die Open Source Ecology (OSE). Sie steht für eine Wirtschaftsweise, die das gemeinsame, ressoucenschonende Handeln mit dem Teilen von Wissen und Methoden verbindet. Der Werkzeugkasten, bzw. der Bausatz, der durch das Netzwerk entwickelt wird, nennt sich Global Village Construction Set (GVCS), das soviel bedeutet wie: Bausatz für globale Dörfer.

Was steckt hinter dieser Idee? Das Projekt plant die Entwicklung und Bereitstellung von Bauplänen der 50 wichtigsten Maschinen, die lokale Gemeinschaften für eine autarke und offene Wirtschaft benötigen. Das Konzept Open Source Ecology verspricht somit die Möglichkeit einer lokalen Produktion, basierend auf offenem und globalem Design von Produktionsmitteln. Das heißt, jede/r kann mit entwickeln und jede/r kann das Entwickelte, z.B. die Baupläne und Konstruktionspläne nutzen. Zum Beispiel kann man gemeinsam Maschinen bauen, die man braucht, um Wohnraum und Häuser zu kreieren, man kann Maschinen für die Landwirtschaft, die Produktion, die Energiegewinnung, Rohstoffverarbeitung und den Transport bauen und das das zu wesentlich günstigeren Bedingungen als heute.

Das Projekt kann als ein wichtiges soziales Experiment unserer Zeit gesehen werden. Es erzeugt und teilt Wissen, welches es ermöglicht, unabhängiger von großen Konzernen zu Wirtschaften und zu Leben. Es eröffnet ganz praktische Möglichkeiten, eine nachhaltige und lebensbejahende Wirtschaft-lokal sowie global-zu entwickeln.

  • Was und wer steckt hinter dem Projekt Open Source Ecology?
  • Wie lässt sich die Open Source Ecology in die globale Bewegung des offenen Designs und freien Wissens einordnen?
  • Welche Bedeutung hat die Open Source Ecology für eine dezentrale und nachhaltige Wirtschaftsweise?
  • Was sind die praktischen Anwendungsmöglichkeiten und Herausforderungen?

Im Workshop schaffen sich Teilnehmer*innen Zugänge zu diesen Fragen.  Es werden die Entwicklungsprozesse und die einzelnen Bestandteile des Projektes erarbeitet und das Potential für Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit beleuchtet.

Ein Kernelement des Tagesseminars ist die Erkundung der zugrundeliegenden sozialen Prozesse der Erzeugung und  Nutzung von freiem Wissen und Produktionsmitteln basierend auf offenem Design. Diese sogenannten Commoning-Prozesse, d.h. Erzeugung, Nutzung, Bewahrung und Vermehrung von geteilten Ressourcen, werden von Menschen in respektvollem Miteinander erprobt und gelernt. Sie sind es, die technische Neuheiten und Fortschritte in eine zukunftsfähige Wirtschaft hineintragen können.

Das Seminar wendet sich an Menschen, die sich für die Kombination von sozial-ökologischen Wirtschaftsweisen und innovativer technischer Entwicklung interessieren.

Frauen sind wegen des technisch anmutenden Themas besonders willkommen!

Das Seminar wird auf Deutsch abgehalten, es sind aber für einige Inputs und Abschnitte des Seminars Englischkenntnisse erforderlich und nützlich.

Zusätzlich empfehlen wir am Vorabend dem 7.11.2016 um 19 Uhr im Bildungswerk die Einführung in das Thema  in Form eines Dokumentarfilms über das Projekt der Open Source Ecology. Beide Veranstaltungen können getrennt besucht werden, es wird jedoch empfohlen bei tieferem Interesse beide Veranstaltungen zu besuchen.

Mit: Thomas Mehwald, Dipl. Volkswirt, langjährige Erfahrung in Entwicklungszusammenarbeit und Banken, alternativen Wirtschaftssystemen, Aktivist in Commons-Projekten.

Anmeldung unter: Tanya Lazova, lazova@bildungswerk-boell.de

Falls Sie Wünsche zur barrierefreien Teilnahme haben, melden sie sich unter: lazova@bildungswerk-boell.de

Die Veranstaltung wird mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenloterie Berlin finanziert.