Reichtum von gestern und Ressentiments von heute: Erinnerungspolitik und Antisemitismus in Griechenland

Reichtum von gestern und Ressentiments von heute: Erinnerungspolitik und Antisemitismus in Griechenland

Creator: Max Geilke. All rights reserved.

Vorstellung einer aktuellen Studie und Filmvorführung "Salonika - A City with Amnesia", 12 Minuten, Englisch mit deutschen Untertiteln

Das Zusammenleben der jüdischen, muslimischen und christlichen Einwohner/innen Thessalonikis prägte den Alltag der Stadt ein halbes Jahrtausend lang. Erst im 20. Jahrhundert kam die Wende. 1923 wurden die türkischen Bewohnerinnen und Bewohner durch die griechischstämmigen Flüchtlinge aus der Türkei ersetzt. Die jüdische Bevölkerung der Stadt, einst als "Jerusalem des Balkans" gepriesen, wurde von den deutschen Besatzern vernichtet. Die Bedeutung des jüdischen Erbes und das Schicksal der Jüdinnen und Juden sind kaum im Bewusstsein der Stadt verankert.  

Heute ist die jüdische Bevölkerung Griechenlands mit 0,05 Prozent kleiner denn je. Trotzdem verzeichnet das mediterrane Land eine Zunahme des rechten und linken Antisemitismus in der griechischen Gesellschaft. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Antisemitismus in Griechenland heute: Aspekte, Ursachen und Bewältigung" der Heinrich-Böll-Stiftung Thessaloniki. Die Autoren stellen deutliche antisemitische Tendenzen in Griechenland fest, besonders in der Sprache und Rhetorik von Politiker/innen, Journalist/innen und Kirchenvertreter/innen.  

Die Studie "Antisemitismus in Griechenland heute" wird im Rahmen unserer Veranstaltung vorgestellt. Dazu zeigen wir einen Kurzfilm des Regisseurs Max Geilke, den die Heinrich-Böll-Stiftung gefördert hat und der von der Erinnerung an das jüdische Leben in Thessaloniki berichtet. Anschließend diskutieren wir über den Film und die Ergebnisse der Studie mit Dr. Juliane Wetzel, einem Mitglied des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus der Bundesregierung sowie der deutschen Delegation der International Holocaust Remembrance Alliance.

Mit:

  • Dr. Leon Saltiel, Universität Makedonien, Thessaloniki, Griechenland
  • Max Geilke, Regisseur, Eyedolon Pictureworks, Köln
  • Kommentar: Dr. Juliane Wetzel, Historikerin, Zentrum für Antisemitismusforschung TU Berlin

Moderation: Dr. Sergey Lagodinsky, Referatsleitung EU/Nordamerika, Heinrich-Böll-Stiftung
 

Keine Anmeldung erforderlich.

Mehr zum Thema auf der Seite der Heinrich-Böll-Stiftung Griechenland.

Information:        

Nina Locher
Heinrich-Böll-Stiftung
Projektbearbeitung Europäische Union/Nordamerika
E-Mail locher@boell.de