Podiumsdiskussion Donnerstag, 26. April 2018 in
Berlin

Geschlechterpolitik in der Ukraine

Eine Bilanz nach vier Jahren Reformpolitik

Urheber/in: Heinrich Böll Stiftung Büro Kiew. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Do., 26. Apr. 2018,
18:00  – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Sprache
Deutsch
Ukrainisch
Simultanübersetzung
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin

Wie haben sich die tiefgreifenden Reformprozesse in der Ukraine seit den Maidan-Ereignissen von 2014 auf das Verhältnis zwischen den Geschlechtern in der Gesellschaft ausgewirkt? Einerseits sind im öffentlichen Diskurs in Medien und Politik nun vielfältige progressive Positionen zu Gerechtigkeit in den Geschlechterverhältnissen und zu Menschenrechten auch mit Bezug auf sexuelle Minderheiten deutlich vernehmbar. Beispielsweise patrouillieren Dank der Polizeireform auch Frauen durch die Städte oder werden Schulbücher systematisch von diskriminierenden Geschlechterstereotypen befreit. Und im Parlament befasst sich ein Unterausschuss explizit mit Fragen der Gleichstellung und Nicht-Diskriminierung und hat wichtige Gesetzesinitiativen gestartet.

Andererseits fehlen nach Einschätzung der Gender Strategic Platform, einer Koalition von 45 Menschenrechts- und Frauenorganisationen, bei zentralen Reformprojekten der Regierung adäquate Ansätze, um bestehende Diskriminierungen abzubauen. So sind Frauen in Politik und Wirtschaft der Ukraine weiterhin stark unterrepräsentiert. Die Istanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt wurde noch nicht ratifiziert. Debatten zeigen aber auch, dass in der Ukraine weiterhin starke reaktionäre Kräfte bestehen, die sehr konservative und patriarchale Geschlechterverhältnisse propagieren und teilweise mit rechtsradikalen Kräften verbunden sind, die eine erhebliche Gewaltbereitschaft gegen sexuelle Minderheiten zeigen. Die Militarisierung der Gesellschaft aufgrund des andauernden Konflikts befördert diese Tendenzen. In der ukrainischen Provinz sind frauenfeindliche oder homophobe Vorfälle besonders häufig.

Die aus der Ukraine geladenen Expertinnen berichten im Rahmen der Veranstaltung über jüngste Entwicklungen, ihre gesellschaftlichen Triebkräfte und Widerstände.

Mit:

  • Olena Malachowa, KRONA - Gender Center for Information and Analysis, Charkiw
  • Switlana Woitsechowska, Abgeordnete der Verchowna Rada, Interfraktionelle Gruppe „Gleiche Chancen“, Kiew
  • Anna Dovgopol, Heinrich-Böll-Stiftung, Kiew
  • Dana Jirous, OWEN - Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung, Berlin

Moderation: Daniel Schulz, taz, Berlin

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Information:    
Ulla Niehaus
Heinrich-Böll-Stiftung
Projektbearbeitung
E-Mail niehaus@boell.de
Telefon +49(0)285 34 -387