Preisverleihung Freitag, 05. Dezember 2014 in
Bremen

Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken 2014

Datum, Uhrzeit
Freitag, 05. Dezember 2014, 18.00 Uhr
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung

Der Preis 2014 geht an: Nadeshda Tolokonnikowa, Marija Aljochina und Juri Andruchowytsch
 

Preisverleihung:
Freitag, den 5. Dezember 2014, 18.00 Uhr
im Rathaus Bremen, Obere Rathaushalle, Bremen
Die Aktionskünstlerinnen Nadeshda Tolokonnikowa und Marija Aljochina können leider nicht persönlich an der Verleihung teilnehmen.
 

Szenische Lesung/Performance:
Samstag, den 6. Dezember 2014
um 11:00 in der Schwankhalle, Buntentorsteinweg 112, 28201 Bremen

Moderation: Marieluise Beck, MdB
 

PUSSY RIGHT
eine szenische Lesung
Gegenstand dieser Performance ist der Prozess gegen die Musikerinnender russischen Punkband Pussy Riot, die am 17. August 2012 wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu je zwei Jahren Arbeitslager verurteilt wurden.
Es lesen: Anja Wedig und Kristina Brons

EUROMAIDAN oder Die Rolle des Kontrabasses in der Revolution
Theater-Literatur-Musik-Performance mit Juri Andruchowytsch – Autor, Erzähler; Ulyana Horbatschewska – Stimme; Mark Tokar – Kontrabass, Stimme

 

Veranstalter
Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken e.V.
Heinrich-Böll-Stiftung Bremen
Heinrich-Böll-Stiftung Berlin
Senat der Freien Hansestadt Bremen
in Kooperation mit dem Institut Français Bremen

 


Aus der Begründung der Jury:
Die Jury des Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken hat sich entschieden, den Preis in diesem Jahr jeweils zur Hälfte an den ukrainischen Lyriker, Essayisten, Romanautor, Übersetzer und Theatermacher Juri Andruchowytsch und an die russischen Aktionskünstlerinnen Nadeshda Tolokonnikowa und Marija Aljochina (ehemals Teil von „Pussy Riot“) zu vergeben. Die Preisträgerinnen und der Preisträger leben und arbeiten im postimperialen Raum der aufgelösten Sowjetunion und wenden sich gegen den Versuch, in der Ukraine und in Russland alte Herrschaftsverhältnisse wiederherzustellen und die politischen Freiheiten abzuschaffen. Dabei sind freilich die Bedingungen in der unabhängigen Ukraine andere als in Russland, das unter Putin dabei ist, in die Fußstapfen der vorangegangenen zaristischen und sowjetischen Gewaltregime zu treten.

Der Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken will ein Denken ermutigen, das in politisches Handeln mündet. Die Verknüpfung von politischem Denken und politischem Handeln ist die öffentliche Rede. Als öffentliche Rede verstehen wir die Aktionskunst von Pussy Riot nicht weniger als die Essays, Bücher und Romane von Juri Andruchowytsch. Wir denken, es ist eine gute Idee, den ukrainischen Schriftsteller und die russischen Aktionskünstlerinnen gemeinsam auszuzeichnen. Im Verständnis der Jury knüpfen sie an Hannah Arendts Werk und Leben an.
 

Über die Preisträgerinnen, den Preisträger
Nadeshda Andrejewna Tolokonnikowa, (7. November 1989) stammt aus Sibirien, studierte in Moskau Philosophie und lernte dort ihren späteren Mann Pjotr Wersilow kennen. Gemeinsam waren sie Mitbegründer der Künstlergruppe „Woina“ (Krieg), die mit Straßenkunst politische Provokation betrieb und durch Protestaktionen gegen die Staatsmacht bekannt wurde.
Marija Wladimirowna Aljochina (6. Juni 1988) studierte in Moskau Journalistik, engagierte sich für Umweltprojekte und psychisch kranke Kinder.
Juri Andruchowytsch (13. März 1960) ist Schriftsteller, Dichter, Essayist, Aktionskünstler und Übersetzer. Er ist eine der wichtigsten kulturellen und intellektuellen Stimmen der Ukraine. Andruchowytschs Werke sind international übersetzt und verlegt.
 

 


Kontakt:
Peter Rüdel
Bildungswerk Umwelt und Kultur in der Heinrich-Böll-Stiftung
Fon: 0421/352368
E-Mail: ruedel.boell@arcor.de

Michael Stognienko
Projektmanager Gesellschaftspolitik
E-Mail: stognienko@boell.de