Identität und Exil

Identität und Exil

Die iranische Diaspora zwischen Gemeinschaft und Differenz

Die iranische Diaspora in Europa und den USA ist entlang politisch-ideologischer, aber auch sozialer, ethnischer und religiöser Trennlinien fragmentiert. Einerseits spiegeln sich darin klassische gesellschaftliche Konflikte wider, die gewissermaßen von der alten in die neue Heimat importiert wurden. Diese verschränken sich andererseits mit den politischen Konflikten, die mit der Auswanderung aus dem Iran einhergingen bzw. häufig sogar ursächlich waren für den Weg ins Exil: Also konkret mit der Islamischen Revolution von 1979, in geringerem Ausmaße aber auch mit der Niederschlagung der sog. "Grünen Bewegung" im Jahr 2009. Die hierdurch verursachte Zersplitterung der iranischen Diaspora erschwert die Ausbildung einer kollektiven Identität und hemmt die gemeinsame Organisations- und Handlungsfähigkeit von Exiliranerinnen und -iranern.

Vor diesem Hintergrund veröffentlicht die Heinrich-Böll-Stiftung gemeinsam mit Transparency for Iran einen Sammelband über die Identitätskonstruktion und Interaktion von Iranerinnen und Iranern im Exil. Das Buch soll dazu beitragen, innerhalb der Diaspora einen Reflexionsprozess anzustoßen und die Debatte zur Rolle und zum Potenzial von Exil-Gemeinschaften fördern. Denn die mehr als fünf Millionen Exil-Iranerinnen und Iraner weltweit, von denen ungefähr 120.000 in Deutschland leben, beeinflussen nicht nur die politischen und kulturellen Debatten in Europa und den USA, sondern auch in ihrem Heimatland Iran – etwa durch soziale Netzwerke.

An diesem Abend diskutieren die anwesenden Autorinnen und Autoren u.a. folgende Fragen: Welche Muster und Widersprüche liegen der Exil-Identität von Iraner/innen in der Diaspora zugrunde? Welchen Einfluss hat das Heimatland Iran bzw. die neue Heimat in Europa auf das Leben in der Diaspora? Welche Rolle spielen iranische Organisationen und Vereine in der Diaspora? Inwiefern haben sich die Debatten innerhalb der iranischen Diaspora über die Jahre verändert?

Die Publikation erscheint im Januar 2016 und wird im Rahmen der Veranstaltung erstmals öffentlich vorgestellt.

Buchvorstellung und Diskussion mit den Autorinnen:

  • Pardis Shafafi, Redakteurin, Open Democracy, Großbritannien
  • Yalda Zarbakhch, Mitbegründerin von Diwan e.V. und Reporterin für die Deutsche Welle, Köln
  • Dr. Judith Albrecht, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Freie Universität Berlin

Moderation: Mariam Lau, Politische Korrespondentin im Hauptstadtbüro der ZEIT

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit Transparency for Iran.

 

Information:    
Birgit Arnhold
E-Mail arnhold@boell.de
Telefon +49(0)285 34 -353