Ikonen

Ikonen

Über Bildmacht in Zeiten der Hyperöffentlichkeit

Fotos verdichten komplexe politische und historische Zusammenhänge zu modernen Ikonen. Denken wir an den Vietnamkrieg, sehen wir das nackte Mädchen Kim Phúc, das schreiend auf den Fotografen zuläuft. Das Bild der brennenden Zwillingstürme vorm stahlblauen New Yorker Septemberhimmel markiert das Ende des 20. Jahrhunderts. In seinem Schatten kauern die Häftlinge auf Guantanamo in leuchtendorangen Overalls; im irakischen Gefängnis Abu Ghuraib steht der Gefolterte auf einer Kiste, die Kapuze über dem Kopf. Die Terrorgruppe Isis enthauptet vor laufender Kamera einen amerikanischen Journalisten.

Die Fotografin Herlinde Koelbl schlüsselt auf, wie ikonische Bilder Politik herstellen und Politik ikonisch wird. Wir wollen über den Wahrheitsanspruch der Fotografie sprechen, die Merkel-Raute und die unheimliche Ästhetik der Kriegsfotographie.

Mit: Herlinde Koelbl, Fotografin

Hinweis: Die Veranstaltung wird als Livestream übertragen.

 

Zu der Reihe "Auf der Höhe - Diagnosen zur Zeit"
In welcher Welt leben wir? So banal es klingt, es gehört zum Schwierigsten, Abstand zu gewinnen – auf die Höhe zu gehen – um das eigene Jetzt klarer zu sehen. Zeitgeistige Bestseller gibt es viele, erhellende Zeitdiagnosen sind selten. Schauen wir also, wo interessante Perspektiven auf unsere Gegenwart eröffnet werden. Versuchen wir einen ungewohnten, gerne auch schrägen  Blick, der uns die Gegenwart anders sehen lässt. 35 Jahre nach den "Stichworten zur 'geistigen Situation der Zeit'" nehmen wir mit der Vortragsreihe "Auf der Höhe" das Experiment nochmals auf. Abermals fragen wir Intellektuelle zu zentralen gesellschafts- und kulturdiagnostischen Stichworten unserer Zeit. In den nächsten Monaten und Jahren buchstabieren wir das Alphabet durch, von A wie Authentizität über D wie Drastik, J wie Jugend, ewige bis R wie Retro und Z wie Zombie.

In Medienpartnerschaft mit taz und Freitag.

 

Kontakt:
Stephan Depping
Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail depping@boell.de