Menschenrechte zwischen den Geschlechtern

Menschenrechte zwischen den Geschlechtern

Vorstudie zur Lebenssituation von Inter*Personen

Lesung, Studienvorstellung und Podiumsdiskussion

Ob in Deutschland oder weltweit: Inter*Menschen gelten nach wie vor oftmals als „krank“ oder „abnorm“. Intergeschlechtliche Personen sind Menschen, die sich im Hinblick auf ihr chromosomales, gonadales oder anatomisches Geschlecht nicht in die medizinische Norm sogenannter „männlicher“ und „weiblicher“ Körper einordnen lassen. Nicht wenigen wird schon im Säuglingsalter durch operative Eingriffe das männliche oder weibliche Geschlecht zugewiesen. Eine medizinische Notwendigkeit besteht jedoch nicht. In der Regel sind  intergeschlechtliche Menschen völlig gesund. Die medizinischen Behandlungen finden – gerade wenn sie in jungen Jahren vorgenommen werden – so gut wie immer ohne Zustimmung der Inter*Menschen statt. Häufig leiden diese später schwer an den psychischen und physischen Folgen der ärztlichen Eingriffe. Die Ausbildung einer eigenen geschlechtlichen Identität, die sich zwischen dem gesellschaftlich dominierenden bipolaren Geschlechtermodell männlich/weiblich verorten kann, bleibt ihnen so meist versagt.

Was das konkret für die Lebenswege intergeschlechtlicher Menschen bedeutet, möchten wir gerne mit unseren Gästen diskutieren.  Zudem wollen wir Ansätze des Inter*-Aktivismus vorstellen und aufzeigen, wie Diskriminierungen adressiert und die Menschenrechtssituation von Inter*-Menschen verbessert werden kann.

Auftakt der Veranstaltung wird eine Lesung aus dem 2013 beim NoNo Verlag erschienenen Buch „Inter – Erfahrungen intergeschlechtlicher Menschen in der Welt der zwei Geschlechter“ sein. Dieses Buch ist das erste seiner Art und schildert ganz persönliche Gedanken, Eindrücke und Lebensentwürfe von Intergeschlechtlichen Menschen aus unterschiedlichen Ländern. Ab ca. 19.45 Uhr wird die Studie „Menschenrechte zwischen den Geschlechtern. Vorstudie zur Lebenssituation von Inter*Personen“ vorgestellt, die im Anschluss mit den Gästen diskutiert wird.