Podiumsdiskussion Mittwoch, 11. Mai 2016 /
Berlin

Progressive Gesetze, brutaler Alltag

LGBTI in Argentinien und Honduras

Baustelle LGBTI. Urheber/in: Ted Eytan. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons License.
Datum, Uhrzeit
Mi., 11. Mai 2016,
18.30 – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin

Auf der einen Seite die fortschrittlichsten Gesetze zur Geschlechtsidentität, auf der anderen die weltweit höchsten Mordraten an Trans*Personen: Die rechtliche Situation von LGBTI in Lateinamerika unterscheidet sich drastisch  innerhalb der Region. Während in einigen Ländern Homosexualität immer noch illegal ist, hat die Mehrzahl der Staaten in den vergangen 10 Jahren Gesetze zum Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität verabschiedet. Bei der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in Bezug auf Partnerschaften, Ehe und Adoption haben einige Länder eine weitaus fortschrittlichere Gesetzgebung als die meisten europäischen Staaten;  Argentinien ist das bislang einzige Land weltweit mit dem gesetzlich verbrieften Recht, die eigene Geschlechtsidentität frei wählen und ändern können.

Die Realität sieht jedoch häufig anders aus: Gewalt gegen LGBTI ist in den meisten Ländern ein zunehmendes Problem. Vor allem in Zentralamerika, aber auch in Brasilien, Venezuela und den juristisch progressiven Ländern wie Argentinien oder Uruguay kommt es immer wieder zu Hate Crimes. Besonders gefährdet sind Trans*-Menschen, deren durchschnittliche Lebenserwartung in Ländern wie Honduras oder Brasilien bei etwa 40 Jahren liegt. Die 13 Länder mit den weltweit höchsten Pro-Kopf-Mordraten an Trans*Personen liegen in Lateinamerika, angeführt wird die Liste von Honduras. Allein von der LGBTI-Organisation Arcoiris in Honduras wurden zwischen Juni 2015 und Januar 2016 sechs Aktivist*innen umgebracht, weitere wurden bedroht und mussten zum Teil das Land verlassen. Erschreckend ist auch die hohe Straflosigkeit der Täter*innen und die Diskriminierung, die Trans*-Menschen durch Polizei- oder Justizwesen erfahren, über 90% der Fälle werden nie aufgeklärt, viele werden aus Angst gar nicht erst angezeigt.

Die Podiumsdiskussion bietet einen Einblick in Lebenswirklichkeiten von LGBTI in Lateinamerika: Was sind die Gründe für die extreme Gewalt gegen LGBTI-Personen in vielen Ländern Lateinamerikas und was muss der Staat tun, um seine Bürger*innen besser zu schützen? Wie kam in Argentinien das Gesetz zur Geschlechtsidentität zustande und wie hat sich die Situation für Trans*personen seitdem verändert? Was können Deutschland und Europa diesbezüglich von Argentinien lernen?

Mit unseren Gästen Frenessys Sahory Reyes von Arcoíris und María Rachid, Geschäftsführerin des argentinischen LGBT-Dachverbandes FALGBT wollen wir diese und andere Fragen diskutieren, verschiedene regionale Kontexte näher beleuchten und die Diskrepanzen zwischen der rechtlichen Ebene und der gesellschaftlichen Realität – in Honduras wie in Argentinien - betrachten.

Mit: 

Frenessys Sahory Reyes, Miglied der Asociacón LGBT Arcoíris, Honduras

María Rachid, Geschäftsführerin Féderación Argentina LGBT (FALGBT), Argentinien

Moderation:

Caroline Ausserer, freie Journalistin, Berlin


Information:       

Ines Thomssen, Projektbearbeitung, Heinrich-Böll-Stiftung

E-Mail thomssen@boell.de,   Telefon +49(0)285 34 -324