REDD und (k)ein Ende?

REDD und (k)ein Ende?

Wald und Land vor und nach dem UN-Klimagipfel in Paris

Die Reduzierung von Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung ist unter der Abkürzung REDD+ zu einem wichtigen Bestandteil des Klimaprozesses geworden – und zu einem äußerst kontroversen. REDD+ ist der global am weitesten fortgeschrittene Versuch, einen Finanzierungsmechanismus zu entwickeln, der auf einer Ökosystemleistung beruht: Der Speicherung von CO₂ in (Natur)Wäldern.

Zwar gilt das REDD+-Paket als weitgehend verhandelt, umstritten bleibt aber die Frage nach dessen Finanzierung. Zudem wird die Weiterentwicklung und Ausweitung von REDD+ zu einem umfassenderen Mechanismus zur finanziellen Honorierung von Ökosystemleistungen auch anderer Formen der Landnutzung kontrovers diskutiert. Und: REDD+ hat direkte Auswirkungen auf die Lebensweise und Rechte indigener Völker und traditioneller Gemeinschaften. Auch das macht die Umsetzung zu einem hochsensiblen und umstrittenen Handlungsfeld.

REDD+-Maßnahmen sollen mit finanziellen Ausgleichszahlungen Anreize für Entwicklungsländer schaffen, durch Waldschutzmaßnahmen die Kapazität der Wälder zur Speicherung von CO₂ zu erhöhen. Bei der Finanzierung von REDD+ ist die Frage offen, ob diese über von Regierungen kontrollierte Fonds oder über Erlöse aus dem Emissionshandel erbracht werden soll. Daran geknüpft ist die weitreichende Frage danach, inwieweit Reduktionsverpflichtungen zukünftig sowohl auf nationaler wie auf internationaler Ebene mit Aktionen im Bereich Waldschutz und Landnutzung verrechnet werden können.

REDD+ und der Ökosystemleistungsansatz sind zum Gegenstand kritischer Debatten geworden. Gerade in Lateinamerika sehen viele Akteure aus den sozialen Bewegungen Gefahren: Ökonomisierung von Naturfunktionen kann Machtstrukturen verändern und Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften unterminieren. Sie kann zu einer „Monetarisierung der Natur“ mit unabsehbaren Folgen führen.

Die Klimaverhandlungen sind inzwischen zu einem wichtigen Forum für Entwicklungen im Bereich Wald und Landnutzung geworden - allerdings wird dies von einer breiteren Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Selbst am Klimaprozess interessierte Gruppen der Zivilgesellschaft haben Schwierigkeiten, einem immer komplizierter werdenden Verhandlungsprozess zu folgen.

In dem Fachseminar wollen wir den aktuellen Stand von REDD+ darstellen und die Perspektiven der Ausweitung des REDD-Mechanismus auf andere Formen der Landnutzung analysieren. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die deutsche Beteiligung an der Finanzierung von REDD+ gerichtet werden.

Im Anschluss an das Fachseminar wollen wir interessierten Gruppen die Gelegenheit geben, eine gemeinsame Positionierung zu REDD+ im Vorfeld des Anfang Dezember anstehenden UN-Klimagipfels (COP21) in Paris zu formulieren.

Mit:

 

    • Chris Lang, REDD Monitor
    • Lyda Fernanda Forero, TNI (VIA SKYPE)
    • Jutta Kill, Autorin, Aktivistin und Kampaignerin
    • Thomas Brose, Klima-Bündnis
    • Thomas Fatheuer, FDCL/ KoBra

    ***EINE ANMELDUNG FÜR DIE VERANSTALTUNG IST LEIDER NICHT MEHR MÖGLICH.***
    Die Teilnahme ist kostenlos.

     

    Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit ASW, FDCL, Klima Bündnis und KoBra

     

    Information FDCL:
    Jan Dunkhorst
    E-Mail jan.dunkhorst@fdcl.org
    Telefon +49(30) 6934029
     

    Information Heinrich-Böll-Stiftung:
    Julia Ziesche
    Projektbearbeitung
    Lateinamerikareferat Heinrich-Böll-Stiftung
    E-Mail ziesche@boell.de
    Telefon +49(30)285 34 -327