Rohstoffausbeutung und die Zukunft der Demokratie in Lateinamerika

Rohstoffausbeutung und die Zukunft der Demokratie in Lateinamerika

Befunde und Herausforderungen

Vor dem Hintergrund des weltweiten Rohstoffbooms hat Lateinamerika seit Ende der 1990er Jahre den Abbau und Export natürlicher Ressourcen intensiviert. Die Parameter haben sich allerdings verschoben: In vielen Ländern behalten die Regierungen nun die Kontrolle über die Rohstoffproduktion bzw. sichern sich einen größeren Anteil an den Exporteinnahmen. Damit werden, zumindest in den (Mitte-)links regierten Staaten, Entwicklungs- und Sozialprogramme finanziert. Politische und soziale Konflikte entstehen trotzdem, etwa wenn Umwelt und natürliche Lebensgrundlagen zerstört werden und wenn gesetzlich garantierte Rechte auf politische Partizipation der lokalen Bevölkerung eingeschränkt oder missachtet werden.

Auf der Konferenz wollen wir diese "neue alte" Rohstofforientierung und ihre Auswirkungen auf die Demokratie in der Region näher beleuchten. Stellt dieser Entwicklungsweg wirklich eine Lösung zur brennenden sozialen Frage dar, wie es von den Befürworter/innen des  "neuen Extraktivismus" proklamiert wird?  Oder handelt es sich trotz der sozialeren Ausrichtung lediglich um eine Fortsetzung des Ressourcenfluches, der langfristig die soziale Spaltung vertieft, demokratische Mitbestimmung untergräbt und verfassungsmäßig verankerte Rechtsnormen aushebelt?

Mit Expert/innen und Aktivist/innen aus Lateinamerika betrachten wir das Spannungsfeld zwischen Rohstoffextraktion und Demokratieentwicklung. Konflikte um Territorien sowie die Möglichkeiten und Grenzen internationaler Politikinstrumente bei der globalen Rohstoff-Governance sollen erörtert und politikfähige, sozial-ökologisch gerechte Alternativen zum extraktivistischen Entwicklungsmodell diskutiert werden.



 


Mit:
María Luisa Aguilar Rodríguez, Centro de Derechos Humanos de la Montaña Tlachinollan, Mexiko
Alexandre Anderson, Associação Homens e Mulheres do Mar (AHOMAR), Brasilien
Javier Arellano, Universidad de Deusto, Bilbao
Raimund Bleischwitz, University College London, Großbritannien
Hans-Jürgen Burchardt, UniversitätKassel, Deutschland
Kristina Dietz, Freie Universität Berlin, Deutschland
Jörg Faust, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Deutschland
Edgardo Lander, Universidad Central de Venezuela, Caracas
Julianna Malerba, Rede Brasileira de Justiça Ambiental (RBJA), Brasilien
Carlos Monge, Revenue Watch Institute, Peru
Ana di Pangracio, Fundación Ambiente y Recursos Naturales (FARN), Argentinien
Eva Stollberger, Bundesverband der Deutschen Industrie, Deutschland
Astrid Ulloa, Universidad Nacional de Colombia, Bogotá
Barbara Unmüßig, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Nancy Yáñez Fuenzalida, Observatorio Ciudadano, Chile
Ulrich Brand, Universität Wien
u.a.


 



Anmeldung
Bitte melden Sie sich bis zum 7. Mai über das elektronische Anmeldeformular an.


 


 


Information/Kontakt
Ines Thomssen
Projektbearbeitung Lateinamerika
E-Mail: thomssen@boell.de  
Telefon +49(0)285 34 -324
 


Ingrid Spiller
Referatsleitung Lateinamerika
E-Mail: spiller@boell.de  
Telefon +49(0)285 34 -325