„Schweine“ – eine Lesung von Thomas Macho

„Schweine“ – eine Lesung von Thomas Macho

Creator: Stripey Anne. Creative Commons License LogoThis image is licensed under Creative Commons License.

Thomas Macho, 1952 in Wien geboren, studierte Philosophie, Musikwissenschaft und Pädagogik. Er ist seit 1993 Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin und begründete dort das Hermann von Helmholtz Zentrum für Kulturtechnik mit. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Kulturgeschichte der Mensch-Tier-Beziehungen. Thomas Macho liest aus seinem aktuellen Buch „Schweine“, in dem er die Kulturgeschichte unserer Beziehung zum Schwein untersucht.  Kein anders Tier wird häufiger verspeist, und auch sprachlich werden das Schwein, die Sau und das Ferkel oft und gern in den Mund genommen: Als Ausdruck unverdienten Glücks und fehlender Manieren, als Schimpfwort für Zeitgenossen und das kapitalistische System. Das Schwein ist auch metaphorisch ein Allesfresser, Symbol religiöser Unreinheit und sexueller Lust, besonderer Sparsamkeit und bodenloser Dummheit. Dabei zeigt sich vor allem, wie nah uns das Schwein ist – auch physiologisch. Sein Buch ist ein Plädoyer gegen Reinlichkeitsfantasien aller Art, ein Portrait alter und neuer Rassen sowie der Beweis, dass das Schwein dem Menschen in Komplexität und Widersprüchlichkeit in nichts nachsteht.