Moralische Anstalt 2.0 - Trump

Moralische Anstalt 2.0 - Trump

Theater trifft politische Bildung - Ein Mobilize-Event
Bettina Lieder, Andreas BeckCreator: Birgit Hupfeld. All rights reserved.

Das Theater bildet mehr als ein dickes Buch.
-- Voltaire

Unsere Vorstellung von darstellender Kunst ist eng mit dem Wunsch nach kultureller Wirksamkeit verbunden. Friedrich Schiller spricht von der Schaubühne als moralischer, gesellschaftspolitischer und ästhetischer Anstalt, einem Ort der Aufklärung. In unserer Zeit steht neben dem Ort „Theater“, der ein Publikum beim „sich bilden“ vereint, die Methode „Theater“, die probate pädagogische Kulturtechniken zu liefern scheint.

Welche Rolle spielen der Ort und die Methode „Theater“ für die politische Bildung heute? Welche Wirksamkeit kann sich bei einem Theaterbesuch entfalten? Sind die Maßstäbe der Politischen Bildung, wie das Darstellen bestehender Meinungsunterschiede oder das Verbot, Menschen im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln, mit den Mitteln des Theaters vereinbar?

An drei Abenden wollen wir die Potentiale des politisch involvierten Theaters aus drei Blickwinkeln betrachten. Und dabei die politischen, pädagogischen und sozialen Effekte der Theaterkunst in den Mittelpunkt der Diskussion stellen.

Jeder Abend vereint je eine Aufführung und eine thematische Reflektion.

Das Schauspiel Dortmund zeigt drei exemplarische Inszenierungen erstmalig in Berlin.

An den Gesprächen werden u.a. folgende Expert/innen teilnehmen:

  • Kay Voges, Intendant Schauspiel Dortmund
  • Dr. Ellen Ueberschär, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
  • Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins
  • Martin Kaul, Journalist, taz
  • Ruben Neugebauer, Aktivist, Sea Watch
  • Prof. Dr. Ingrid Hentschel, FH Bielefeld
  • Andreas Altenhof, Sprecher Rat der Künste

 

Programm
18.00 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Ingrid Hentschel (FH Bielefeld), im Anschluss Gespräch mit ihr und Andreas Altenhof (Co - Sprecher Rat für die Künste, Berlin), moderiert von Patrick Wildermann (freier Kulturjournalist, Tagesspiegel, TIP, Galore)
19.30 Uhr: „TRUMP“ von Mike Daisey

 

Informationen zur Aufführung:

Der zurückliegende US-Präsidentschaftswahl endete am 9. November 2016 mit einer Sensation: Donald Trump ist neuer Präsident der Vereinigen Staaten.

Prompt folgten erste europäische Glückwünsche von Rechtsaußen – Frauke Petry („Dieses Wahlergebnis macht Mut für Deutschland und Europa“), Marine Le Pen, BREXIT-Kämpfer Farage, Viktor Orbán, Geert Wilders, getoppt vom italienischen Populisten Beppe Grillo, der wortgewaltig mit „Das ist der Zusammenbruch einer Epoche“ gratulierte.

Wie konnte es soweit kommen? Mike Daisey („Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“) erforscht in seinem neusten Theaterstück den Aufstieg Donald Trumps und die politische Selbstvergiftung des wichtigsten europäischen Bündnispartners. Im Echoraum die Frage: Ist es wirklich nur Amerikas Demokratie, die immer toxischer wird?

Mike Daisey (*1976), amerikanischer Performer und Autor von über zwanzig Bühnenprogrammen, wurde weltweit bekannt mit seinem Erfolgsmonolog „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“, der am Schauspiel Dortmund 2012 in der Regie von Jennifer Whigham seine Deutschsprachige Erstaufführung erlebte und bisher über 40 mal gespielt wurde. Mit TRUMP (Originaltitel: „The Trump Card“) präsentiert das Schauspiel Dortmund nun die zweite Deutschsprachige Erstaufführung eines Textes von Mike Daisey in Dortmund, Regie führt Marcus Lobbes.

Mit Bettina Lieder und Andreas Beck
Regie: Marcus Lobbes
 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Schauspiel Dortmund.

Eintritt
5 Euro

Reservierung und Information
E: mobilize@boell.de

Pressestimmen hier