Vortragsreihe Montag, 11. September 2017 in
Berlin

Transparenzgesellschaft

Licht und Schatten des digitalen Wir

Datum, Uhrzeit
Montag, 11. September 2017, 19.30 Uhr – 21.00 Uhr
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Teilnahmegebühren
Ticket Created with Sketch.
Der Eintritt ist frei
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Teil der Reihe
Auf der Höhe - Diagnosen zur Zeit

An den Ruf nach Transparenz hat sich die Gesellschaft gewöhnt. Mit guten Gründen wird Transparenz für Gesetzgebung, Gerichtsverfahren, Datenerhebung und vieles mehr eingefordert. Doch mit der Digitalisierung und der Rede von gläsernen Bürger/innen ist dieser Diskurs gekippt. Wenig bestimmt unseren Alltag so deutlich und zugleich unauffällig wie das „digitale Wir“, von dem Peter Schaar spricht. In sozialen Netzwerke geben Menschen aus freien Stücken einem globalen Publikum Einblick in ihre Privatsphäre.

Von Amazon bis Google ist vieles aus unserer Lebenswelt nicht mehr wegzudenken. Doch gerade die bequeme und umfassende Nutzung des Netzes hat seinen Preis: Aus unseren Aktivitäten entstehen „Bewegungsdaten“, ein digitales Profil. Spätestens seit dem NSA-Skandal ist klar, dass daraus nie dagewesene Möglichkeiten der Überwachung erwachsen sind. Überwachung ist die Kehrseite der Transparenzgesellschaft. Wie Big Brother dennoch eine Dystopie bleiben kann und wir dabei eine Verteufelung von Transparenz vermeiden, wollen wir mit Peter Schaar diskutieren. Er ist Vorsitzender der europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz. Von 2003 bis 2013 war er Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit.  

Mit:

  • Peter Schaar, Datenschützer und Autor


Hinweis: Die Veranstaltung wird als Livestream übertragen.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Kontakt:
Stephan Depping
E-Mail: depping@boell.de
Telefon 030-285 34 223

 

Hintergrund
In welcher Welt leben wir? So banal es klingt, es gehört zum Schwierigsten, Abstand zu gewinnen – auf die Höhe zu gehen – um das eigene Jetzt klarer zu sehen. Zeitgeistige Bestseller gibt es viele, erhellende Zeitdiagnosen sind selten. Schauen wir also, wo interessante Perspektiven auf unsere Gegenwart eröffnet werden. Versuchen wir einen ungewohnten, gerne auch schrägen Blick, der uns die Gegenwart anders sehen lässt.

35 Jahre nach den "Stichworten zur 'geistigen Situation der Zeit'" nehmen wir mit der Vortragsreihe "Auf der Höhe" das Experiment nochmals auf. Abermals fragen wir Intellektuelle zu zentralen gesellschafts- und kulturdiagnostischen Stichworten unserer Zeit. In den nächsten Monaten und Jahren buchstabieren wir das Alphabet durch, von A wie Authentizität über D wie Drastik, J wie Jugend, ewige bis R wie Resonanz und Z wie Zombie.

In Medienpartnerschaft mit taz und Freitag.

Hier geht es zum Videoarchiv der Reihe "Auf der Höhe - Diagnosen zur Zeit".