Samstag, 31. Oktober 2015

Vom Sieg der Schwachen - Indigener Widerstand gegen Landraub in Argentinien

Datum, Uhrzeit
Sa., 31. Okt. 2015,
10.30 – 17.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Teilnahmegebühren
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Teilnahme frei

Wir wollen an diesem Tag unseren Blick auf die Verhältnisse und Gegebenheiten des nördlichen Argentinien richten, in die Provinz Santiago del Estero. Es ist eine Region, die von der Welt fast vergessen worden ist. Hier kämpfen indigene Gemeinden mit großem Erfolg gegen den Landraub multinationaler Konzerne. Der Landraub (Landgrabbing) ist ein internationales Phänomen und die Tatsache, dass in dem von der Welt vergessenen Santiago del Estero dieser Landraub am klug organisierten Widerstand der Indigenen scheitert, das muss internationale Beachtung finden.

Die indigenen Gemeinden haben sich in ihrem Widerstand gegen MONSANTO und Co. mit all jenen Fragen beschäftigen müssen, die auch in Europa höchste Relevanz haben. Wie schaffen wir hierarchiefreie aber wirksame Organisationen für Widerstand und Entwicklung? Wie lassen sich divergierende Interessen bündeln? Gibt es Hoffnung auf eine postkapitalistische Welt und warum lohnt diese Hoffnung?

Zwei Kinodokumentationen werden uns in Windeseile und Non-Stop nach Santiago del Estero bringen: „Sachamanta“ (Special Mention / Festival delle Terre 2013) und „Ohne Rast. Ohne Eile.“ (2015).
Vor, zwischen und nach den Filmen werden wir viel Raum haben, die Menschen und ihre Region in Beziehung zu bringen mit unseren eigenen Erfahrungen, Einsichten und Hoffnungen.

Dabei werden auch die Entstehungsgeschichte der Filme, das partizipative Konzept der Arbeit der Kameradisten und die Verbreitung der Filme nach dem Prinzip des Schwarmverleihs erläutert werden.

Zum Film „Sachamanta“
Der Norden Argentiniens im Jahre 2000: Auf einem Kongress beschließen die im Movimiento Campesino Santiago del Estero (MoCaSe-Via Campesina) organisierten bäuerlichen und indigenen Gemeinschaften etwas bis dahin Unerhörtes. Sie bauen eigene Radiostationen auf. Sie wollen nicht länger hinnehmen, dass die Massenmedien ihre Lebenssituation entweder ignorieren oder verfälschen.
Heute existieren bereits fünf Sender. Die Campesinos nutzen sie, um über die Weite des Landes hinweg unzensiert Botschaften auszutauschen. Die Radios schaffen ein Gemeinschaftsgefühl. Sie stärken den Kampf der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gegen Landraub und Unterdrückung. Und natürlich bringen diese Sender endlich auch die Musik der Campesinos.

Zum Film „Ohne Rast. Ohne Eile“
Der Film erzählt vom Kampf indigener Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gegen multinationale Agrarkonzerne wie MONSANTO. Der Konflikt dreht sich um das Eigentum an dem kargen Land, das auf der einen Seite seit Jahrhunderten die indigenen Bauerngemeinden ernährt und auf der anderen Seite ein begehrtes Spekulationsobjekt geworden ist, seit genmodifiziertes Saatgut und chemischer Dünger auch in dieser Region den großflächigen Anbau von Soja rentabel gemacht haben. Heimat trifft auf Geschäft. Vorstellungen von selbstverständlichem Gemeineigentum treffen auf das internationale Privatrecht. Die Schwachen treffen auf die Starken – und sie siegen – gegen alle Erwartungen.

Mehr Infos über die Filme, deren Rezensionen und die Gruppe findet ihr unter (www.kameradisten.org)

Eine Veranstaltung des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Diese Veranstaltung wird realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
Teilnahme frei. Teilnehmer_innenzahl: max. 20 Personen
Anmeldung unter: global@bildungswerk-boell.de

Veranstaltungsort: 
Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin