Vor dem Klimawandel auf der Flucht - welche juristische Perspektive gibt es?

Vor dem Klimawandel auf der Flucht - welche juristische Perspektive gibt es?

Nach einer Studie von Greenpeace wird es weltweit 200 Millionen "Klimaflüchtlinge" in den 30 nächsten Jahren geben, obwohl ihre Zahl schwer zu messen ist. Heute sind schon 20 Millionen Menschen auf der Flucht vor den Auswirkungen des Klimawandels . Migration von Menschen, deren Überleben aufgrund extremer Trockenheit, zunehmender Dürre, Überschwemmungen und anderen Umweltproblemen von der Flucht abhängt, wird eine wesentliche Rolle in den kommenden Jahrzehnten spielen. Einmal mehr sind hauptsächlich die Menschen im globalen Süden mit diesem Problem konfrontiert. Die Weltregionen, die von den Folgen des Klimawandels betroffen sein werden, sind Süd- und Ostasien, große Teile von Afrika wie der Sahelstaat Mali oder Kenia und auch zahlreiche pazifische Inselstaaten. Das Problem wird immer prägnanter und die offiziellen Behörden fangen an, sich mit dem Thema zu beschäftigen - so wird die Organisation der kommenden COP23 der vom Meeresspiegelanstieg bedrohender Republik Fidschi zugewiesen. Neben der Einschränkung vom anthropogenen Ausstoß von Treibhausgasen müssen Unterstützungsmaßnahmen für Umweltmigrant*innen in den interstaatlichen Klimadiskussionen eingehen. Die internationale Politik bzw. das internationale Recht dürfen dieses Problem nicht ignorieren.

Der Flüchtlingsstatus wurde 1951 in der Genfer Flüchtlingskonvention definiert und mit dem Protokoll von 1967 erweitert. Anerkannte Flüchtlinge im Sinne der Konvention sind solche, die wegen ihrer Rasse, ihrer Religion, ihrer Nationalität, ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politischen Überzeugung verfolgt werden. Fluchtbewegungen durch Naturkatastrophen und Umweltveränderungen werden infolgedessen von der Konvention nicht geschützt, welches eine Schwachstelle im internationalen Recht angesichts des Problemausmaßes darstellt.

Welche politischen und rechtlichen Perspektiven gibt es für die Menschen, die aufgrund des Klimawandels und seiner materiellen Folgen ihr Heimat verlassen müssen? Ist eine Wende in dem nationalen, europäischen und internationalen Recht zu erwarten? Was gibt es für Organisationen, die Klimaflüchtlinge unterstützen?

Diese Fragen wollen wir mit Hélène Ragheboom bearbeiten. Hélène Ragheboom schloss ihr PhD mit "The International Legal Status and Protection of Environmentally-Displaced Persons: A European Perspective" ab. Anschließend wird es ausreichend Raum für gemeinsame Diskussion geben.

Moderation: Felix Werdermann, freier Journalist

Die Veranstaltung wird auf Englisch, bei Bedarf mit Flüsterübersetzung auf Deutsch stattfinden.

Realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin