Soil Day

Soil Day

Fachtagung, Podiumsdiskussion und Vernissage zum Thema "Böden"

Im Vorfeld der Global Soil Week laden die Heinrich-Böll-Stiftung gemeinsam mit der Agrar Koordination und dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) zum „Soil Day“ ein. Einen Tag lang widmen wir uns mit einer Fachtagung, einer  Podiumsdiskussion und einer Vernissage dem Thema Böden.


Fachtagung (10.30 - 17.00 Uhr)

Vom Winde verweht?! Bodenschutz zwischen Ernährungssicherheit und Klimawandel 


Jedes Jahr gehen auf der Welt mehr als 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Bodens verloren – er wird buchstäblich vom Wind verweht, von starken Regenfällen ausgewaschen oder schlicht durch Straßen und Siedlungsbau versiegelt.

Dabei gehören gesunde Böden zu unseren wichtigsten Lebensgrundlagen. Sie sind nicht nur  Nahrungsmittelproduzent, sondern auch Wasserspeicher, Wasserreiniger und Klimaregulierer Nummer Eins und beherbergen einen großen Teil der weltweiten Artenvielfalt. Nicht ohne Grund stellte die Künstlerin Claire Pentecost aus Chicago auf der internationalen Kunstausstellung „documenta“ im vergangenen Jahr Boden in Form von Goldbarren dar.

Dennoch wird gerade in Zeiten hoher Preise für Nahrungsmittel und knapp einer Milliarde hungernder Menschen der Ruf nach Intensivierung und einem schnellen Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion immer lauter. Was liegt da näher, als den Boden noch intensiver zu nutzen und mehr zu düngen? In den letzten Jahren aber sind die zum Teil verheerenden Auswirkungen von Dünger auf die Böden immer mehr zu Tage getreten. Zudem haben sich die Preise für Mineraldünger in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht, sodass sich viele Kleinbauern im globalen Süden die Dünger entweder nicht leisten können oder in der Schuldenfalle landen.

Moderne und nachhaltige Landwirtschaft muss auf den Schutz des Bodens und seiner Fruchtbarkeit allerhöchsten Wert legen, denn der Boden selbst liefert die Ernährungsgrundlage für kommende Generationen und lässt sich nicht vermehren. Wie kann die moderne Landwirtschaft die Böden schützen?

Welche Veränderungen mit Blick auf die bisherigen Produktionsweisen muss es geben? Wie kann man Bodenschutz und Ernährungssicherung effektiv kombinieren? Welche Art des Bodenmanagements entspricht den besonderen Herausforderungen, denen kleinbäuerliche Produzenten im globalen Süden gegenüberstehen? Welcher politischen Rahmenbedingungen bedarf es, um Bodenschutz besser in die landwirtschaftliche Produktion zu integrieren?


Podiumsdiskussion (18.00- 20.00 Uhr)
„Auf dem Boden der Tatsachen: wir verlieren, was uns ernährt“

Es diskutieren:

  • Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für Ökologischen Landbau
  • Reinhild Benning, Leitung Referat Agrarpolitik des Bund für Umwelt und Naturschutz
  • Alexander Müller, Institute for Advances Sustainability Studies (IASS)
  • NN., Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Moderation: Christine Chemnitz, Referentin für internationale Agrarpolitik, Heinrich-Böll-Stiftung

Sprache: Deutsch

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Vernissage (ab 20.00 Uhr): „Soil speaks“ 
http://globalsoilweek.org/event/soil-speaks/


Wenn der Boden sprechen könnte, würde er die Geschichte zehntausender Inder erzählen, die um ihr Recht auf Land kämpfen. Mobilisiert durch die indische Volksbewegung Ekta Parishad, marschieren seit 1999 regelmäßig zehntausende Menschen durch Indien. Sie fordern von der Regierung Landreformen und adäquaten Zugang zu Boden, Wasser und Wäldern. Mehr als 10.000 Dörfer haben sich in den vergangenen Jahren an den Märschen beteiligt. Viele von ihnen leben von den Nahrungsmitteln, die sie selbst anbauen. Ihr Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen ist jedoch nicht durch Besitz- oder Nutzungsrechte gesichert. Die Gefahr, den Zugang zu fruchtbarem Land, Trinkwasser und den Schätzen des Waldes zu verlieren, ist immer präsent.

Vom Kampf der landlosen Bevölkerung für ihre Rechte erzählt die Ausstellung „Soil speaks“, die die Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) bis 15. November 2013 auf der Beletage der Stiftung zeigt.

Mit Fotografien, Kunstinstallationen, Comic-Zeichnungen und einem Dokumentarfilm zeigen die Aktivistinnen und Aktivisten, wie Bürgerbeteiligung in der größten Demokratie der Welt aussieht.