- Freitag, 18. November 2005 15.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
10. Deutsch-Russische Herbstgespräche: Abschied vom Imperium
Russland und seine Nachbarn in Europa
Russland, Deutschland und Europa haben
in den vergangenen 15 Jahren massive
Veränderungen ihrer politischen
Verfasstheit, ihrer Gesellschafts- und
Wirtschaftsordnung sowie ihrer
internationalen Verortung erfahren. Im
Baltikum ist Russland direkter Nachbar der
Europäischen Union. Während sich Belarus
konsequent von Europa abwendet, wird in
der Ukraine trotz derzeit noch fehlender
Beitrittsperspektive die Zugehörigkeit zum
europäischen Werte- und politischen
System zum politischen Credo erhoben.
Es liegt im Interesse Europas, aber auch
der postsowjetischen Länder, die auf
längere Sicht außerhalb der EU-Grenzen
bleiben werden, dass politische und
wirtschaftliche Kooperationen verstärkt
werden. Der Wandel zu demokratischen
Verfassungsstaaten ist dafür eine
unabdingbare Voraussetzung. Doch
Russland verhält sich ambivalent –
demokratischen Lippenbekenntnissen der
politischen Führung stehen innenpolitisch
die Wiederbelebung eines autoritären
Geistes, außenpolitisch ein imperialer
Gestus in Bezug auf die europäischen
Nachbarn gegenüber.<br>
<br>
Europa muss sich von den demokratischen
Kräften in Belarus und Moldowa, der
Ukraine, Russland und den kaukasischen
Ländern die Frage gefallen lassen, wie
ernst es seine Verantwortung nimmt,
konsequent auf die Schaffung eines
demokratischen, posttotalitären
Raumes hinzuwirken.<br>
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin