Sonntag, 23. November 2008 – Mittwoch, 26. November 2008 In meinem Kalender speichern

60 Jahre Israel – Vom Kibbutz zur multikulturellen Gesellschaft | 60 Years Israel: From Kibbutz To A Multicultural Society

Filmtage und Tagung | Israeli Film Festival

In nur 60 Jahren gelang Israel der Sprung von der Agrargesellschaft zur High-Tech-Nation. Seit seiner Gründung hat das Land zahlreiche Einwanderungswellen erlebt und dabei Menschen aus über 120 Ländern in einen jüdisch-demokratischen Staat integriert.

Ein erster Festivalblick gilt dem Kibbuzgedanken. Das Ideal des Kibbuz war geprägt von dem Wunsch nach einer klassenlosen Gesellschaft, auf der Basis von Gleichheit und Gemeinschaft. Er hatte nicht nur für Juden, sondern auch für Nicht-Juden aus der ganzen Welt eine anziehende Wirkung.

Tausende Freiwillige kamen, um in den Kommunen zu arbeiten und zu leben. Manche blieben für immer. Die Kibbuzbewegung hat sich in den vergangenen sechs Jahrzehnten stark verändert. Ist der Kibbuz ein Modell von gestern?

Ein zweiter Fokus richtet sich auf die Migration und die multikulturelle Gesellschaft. Israel ist ein Staat von Einwanderern. Fast alle jüdischen Einwohner haben Vorfahren, die außerhalb der heutigen Grenzen Israels geboren wurden. Sie alle haben in das Land sehr unterschiedliche kulturelle Erfahrungen mitgebracht: aus der ehemaligen Sowjetunion, aus Nordafrika und Äthiopien oder aus Deutschland. Zudem ist jeder fünfte Israeli Araber. Mit der zunehmenden Zahl von Arbeitsmigranten aus Osteuropa und Südostasien sowie den Flüchtlingen aus Afrika ergibt dies eine Mischung, die die Gesellschaft vor große Herausforderungen stellt. Offen bleibt die Frage, was Israel als jüdischen Staat ausmacht und zusammenhält.

Schließlich nehmen wir das urbane Leben ins Visier: Generation U35 trifft auf die Generation Ü50. Die heutige Jugend Israels ist lange nach der Staatsgründung aufgewachsen. Den Holocaust, aber auch die Aufbaujahre kennen sie nur aus den Geschichtsbüchern. Sie leben in einem Land, das einerseits unter ständiger äußerer Bedrohung steht, andererseits kaum noch etwas mit dem Pioniergeist von 1948 zu tun hat und von westlichem Lebensstil und Konsumgewohnheiten geprägt ist. Junge Israelis wollen das Hier und Jetzt genießen und Spaß haben. Wie passt das mit den Erfahrungen der «Alten» zusammen?

In the course of only 60 years, Israel succeeded in leaping from an agricultural society to a high-tech-nation. Since its formation, the country experienced numerous waves of immigration, and people from over 120 countries have thus been integrated into a Jewish-democratic state.
The festival’s first aspect is dedicated to the idea of a Kibbutz. The ideal of the Kibbutz was shaped by the desire to create a classless society on the basis of equality and community. This had an attracting effect not only on Jews but also on non-Jews from all over the world. During the past six decades, the Kibbutz movement has undergone major changes. Is the Kibbutz a yesterday’s model?

A second focus is directed towards the migration and the multicultural society. Israel is a state of immigrants. Almost all Jewish inhabitants have ancestors, who were born beyond today’s borders. They all brought along utmost varied cultural experiences. Moreover, every fifth Israeli is an Arab. Together with the increasing number of migrant labourers from Eastern Europe and South-East Asia as well as with the refugees from Africa this results in a mixture, which confronts the society with capital challenges. The question, what defines and keeps Israel as a Jewish State together, remains open.

Finally, we aim at the urban life: The Generation Under-35 encounters the Generation Beyond-50. Today, Israel’s young people grew up long after the founding of the state. They know of the holocaust but even of the initial years of setting up the state only from history books. They live in a country that is on one hand under constant external threat, and on the other hand has hardly anything to do with the pioneering spirit of 1948. Young Israelis wish to enjoy the here and now and to have fun. How does that match with the experience of the “elderly”?
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