- Montag, 08. Juni 2009 19.00 – 00.00 Uhr In meinem Kalender speichern
After-Work-Treffen - Einblicke in die Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung
Entwicklungsstrategien für Afghanistan
Seit 2002 ist die Heinrich-Böll-Stiftung mit lokalen Partnern in Afghanistan aktiv und seit 2006 in Kabul mit einem Büro vertreten. Die politische Entwicklung der vergangenen Jahre ist besorgniserregend: Die Taliban gewinnen an Einfluss und die schwachen staatlichen Strukturen in Afghanistan haben den Extremisten wenig entgegenzusetzen.
Gleichzeitig geht von der instabilen Grenzregion zu Pakistan und der Machtausweitungder Taliban eine immer stärkere regionale Gefahr aus. Die internationalen Hilfsbemühungen können die an sie gerichteten Erwartungen oft nicht erfüllen.
Korruption fördert Misswirtschaft und stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Verbesserungen der Frauenrechte auf politischer und teilweise administrativer Ebene spiegeln sich kaum in der Lebenssituation der Mehrheit der Frauen wieder. Der einstige Hoffnungsträger des Westens, Hamid Karzai, schockierte Anfang April mit der Unterzeichnung eines frauenfeindlichen Gesetzes, das er nur auf internationalen Protest hin zurückzog. Indem er sich im Kampf um den Machterhalt auf einen ehemaligen Kriegsfürsten der Nordallianz stützt, stellt er nun erneut seine Glaubwürdigkeit infrage.
Wie sind Karzais Aussichten bei den Wahlen im August angesichts einer zerstrittenen Opposition? Wird die von Obama verkündete neue Afghanistan-Strategie mit mehr Truppen, mehr Geld und härterem Durchgreifen die Machtausweitung der Taliban verhindern können? Wo liegen die Probleme des zivilen Wiederaufbaus und wie können die Mittel effektiver eingesetzt werden?
Trotz der schwierigen Lage ist es dem Stiftungsbüro gelungen, ein breites Netzwerk von national und regional arbeitenden Partnerorganisationen aufzubauen. Themenschwerpunkt sind die Förderung von Demokratie, Frieden und Sicherheit sowie seit 2009 Klimawandel und Umweltschutz. In all diesen Bereichen sind Frauenrechte und die Beteiligung von Frauen ein zentrales Thema. Wie gelingt es der Heinrich-Böll-Stiftung, die Vernetzung zwischen traditionellen Strukturen und den schwach ausgebildeten, staatlichen Strukturen zu fördern und in einem restriktiver werdenden Umfeld ein Bewusstsein für die Bedeutung von Frauenrechten zu schaffen?
Vortrag und Diskussion
Mit Bente Aika Scheller, Leiterin des Landesbüros Afghanistan der Heinrich-Böll-Stiftung in Kabul
Zur Person:
Bente Aika Scheller, Politikwissenschaftlerin, seit Oktober 2008 Leiterin des Landesbüros Afghanistan der Heinrich-Böll-Stiftung in Kabul, zuvor Senior Program Officer am Aspen Institute Berlin; 2002-2004 Referentin für Terrorismusbekämpfung, Innenpolitik und Presseangelegenheiten an der Deutschen Botschaft in Syrien; Beiträge in Zeitschriften und Zeitungen zu den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Nahen Osten und in Afghanistan, Promotion an der FU Berlin zu „Syrian Foreign Policy 1990-2005
Gleichzeitig geht von der instabilen Grenzregion zu Pakistan und der Machtausweitungder Taliban eine immer stärkere regionale Gefahr aus. Die internationalen Hilfsbemühungen können die an sie gerichteten Erwartungen oft nicht erfüllen.
Korruption fördert Misswirtschaft und stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Verbesserungen der Frauenrechte auf politischer und teilweise administrativer Ebene spiegeln sich kaum in der Lebenssituation der Mehrheit der Frauen wieder. Der einstige Hoffnungsträger des Westens, Hamid Karzai, schockierte Anfang April mit der Unterzeichnung eines frauenfeindlichen Gesetzes, das er nur auf internationalen Protest hin zurückzog. Indem er sich im Kampf um den Machterhalt auf einen ehemaligen Kriegsfürsten der Nordallianz stützt, stellt er nun erneut seine Glaubwürdigkeit infrage.
Wie sind Karzais Aussichten bei den Wahlen im August angesichts einer zerstrittenen Opposition? Wird die von Obama verkündete neue Afghanistan-Strategie mit mehr Truppen, mehr Geld und härterem Durchgreifen die Machtausweitung der Taliban verhindern können? Wo liegen die Probleme des zivilen Wiederaufbaus und wie können die Mittel effektiver eingesetzt werden?
Trotz der schwierigen Lage ist es dem Stiftungsbüro gelungen, ein breites Netzwerk von national und regional arbeitenden Partnerorganisationen aufzubauen. Themenschwerpunkt sind die Förderung von Demokratie, Frieden und Sicherheit sowie seit 2009 Klimawandel und Umweltschutz. In all diesen Bereichen sind Frauenrechte und die Beteiligung von Frauen ein zentrales Thema. Wie gelingt es der Heinrich-Böll-Stiftung, die Vernetzung zwischen traditionellen Strukturen und den schwach ausgebildeten, staatlichen Strukturen zu fördern und in einem restriktiver werdenden Umfeld ein Bewusstsein für die Bedeutung von Frauenrechten zu schaffen?
Vortrag und Diskussion
Mit Bente Aika Scheller, Leiterin des Landesbüros Afghanistan der Heinrich-Böll-Stiftung in Kabul
Zur Person:
Bente Aika Scheller, Politikwissenschaftlerin, seit Oktober 2008 Leiterin des Landesbüros Afghanistan der Heinrich-Böll-Stiftung in Kabul, zuvor Senior Program Officer am Aspen Institute Berlin; 2002-2004 Referentin für Terrorismusbekämpfung, Innenpolitik und Presseangelegenheiten an der Deutschen Botschaft in Syrien; Beiträge in Zeitschriften und Zeitungen zu den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Nahen Osten und in Afghanistan, Promotion an der FU Berlin zu „Syrian Foreign Policy 1990-2005
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin