Mittwoch, 25. November 2009 19.30 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Akteure ohne Gesellschaft

Zur Rolle der Zivilgesellschaft für die Demokratisierung des westlichen Balkans

Buchvorstellung und Diskussion aus Anlass der Publikation der gleichnamigen Studie

Mit:
Srdjan Dvornik, Autor der Studie, Zagreb 
Martina Fischer, Berghof Forschungszentrum, Berlin 
Bodo Weber, Soziologe, Balkanexperte, Berlin
 
Moderation:
Natascha Zupan, FriEnt 

Srdjan Dvornik zählt seit zwei Jahrzehnten zu den wichtigsten Vertretern der Zivilgesellschaft Kroatiens. Bereits in den 80er Jahren gehörte er zu der kleinen Gruppe von Menschenrechtsaktivisten im sozialistischen Jugoslawien, zu Beginn der 90er Jahre war er Mitbegründer der Antikriegsbewegung in Kroatien, später Geschäftsführer des Kroatischen Helsinki-Komitees für Menschenrechte. Er hat für die SOROS-Stiftung gearbeitet und war lange Jahre Leiter des Landesbüros Kroatien der Heinrich-Böll-Stiftung.
 
In seiner gerade veröffentlichten Studie „Akteure ohne Gesellschaft. Die Rolle ziviler Akteure im postkommunistischen Transformationsprozess“ unternimmt erstmals ein zentraler Akteur aus der Region den Versuch eines analytischen Rückblicks auf zwei Jahrzehnte zivilgesellschaftlicher Entwicklung auf dem westlichen Balkan.
 
Doch Srdjan Dvornik belässt es nicht bei einem regionalen Erfahrungsbericht aus der Sicht eines Beteiligten. Er konfrontiert die Aktivitäten lokaler zivilgesellschaftlicher Akteure mit den spezifischen gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen des blutigen Zerfalls Jugoslawiens und der blockierten Transformation. Er hinterfragt das Selbstverständnis lokaler Akteure und die Vorstellungen und Konzepte westlicher Demokratieförderer von „Zivilgesellschaft“ kritisch.
 
Srdjan Dvornik leistet mit seiner Studie einen wichtigen Beitrag über die Möglichkeiten und Grenzen von zivilgesellschaftlichen Akteuren in (post-)autoritären Gesellschaften. Zugleich liefert er wertvolle Erkenntnisse über den Stand westlicher Demokratisierungspolitik.
 
Aus Anlass der Veröffentlichung der von der Heinrich-Böll-Stiftung geförderten Studie wird der Autor seine Arbeit vorstellen. Mit Gästen wird er über die Thesen seines Buches und ihre Bedeutung für die Zukunft der Zivilgesellschaft und die Entwicklung westlicher Demokratisierungspolitik diskutieren.