Albania Zvernets_protests_June_2026. Urheber/in: Marsel Hasanllari. All rights reserved.

Film und Gespräch

Donnerstag, 24. September 2026 18.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Film und Gespräch

Albaniens Flamingo-Proteste: Natur schützen – Demokratie bewahren

Die sogenannte „Flamingo-Revolution“ begann Ende Mai 2026 als lokaler Widerstand von Umweltaktivist*innen  und Anwohner*innengegen umstrittene großflächige Bauprojekte für Luxustourismus in Schutzgebieten an der albanischen Adriaküste. In der Vjosa-Narta-Lagune haben Rosaflamingos ihre Brutgebiete, sie wurden zum Namensgeber der Proteste.  die sich rasant zu einer landesweiten Protestbewegung entwickelt haben. Im Zentrum stehen bedrohte Küstenschutzgebiete, aber längst geht es um mehr als Naturschutz. Die Proteste stellen grundsätzliche Fragen nach politischer Verantwortlichkeit, Transparenz und dem Verhältnis von öffentlichem Interesse und privaten Investitionen, sie fordern bessere Gesundheitsversorgung, bessere Renten. 

Für Albanien sind die Proteste ein politisches Signal von ungewöhnlicher Größenordnung: Seit Jahren hat das Land keine vergleichbare zivilgesellschaftliche Mobilisierung erlebt. Die „Flamingo-Revolution“, hat dabei schnell Grenzen überschritten. Albaner*innen der Diaspora in Deutschland, Großbritannien, Italien, den USA, Kanada und anderen Ländern organisieren Solidaritätsproteste und unterstützen die Bewegung auch vor Ort. Im Zentrum der Proteste stehen zwei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Orte nahe Vlora: die Insel Sazan, Teil des Meeresnationalparks Karaburun-Sazan, und Zvërnec im geschützten Landschaftsgebiet Vjosa-Narta. Beide Gebiete sind ökologisch von großer Bedeutung für Albanien und Europa und durch touristische Bauprojekte bedroht. Ähnliche Pläne für Resorts und umfangreiche Infrastrukturprojekte gibt es im gesamten albanischen Schutzgebietsnetz. Auch der im Bau befindliche Flughafen von Vlora liegt auf ehemals geschützten Flächen des Vjosa-Narta-Gebiets. Umweltorganisationen wie PPNEA kritisieren, dass privilegierte Investitionsverfahren und die Lockerung des Schutzgebietsrechts 2024 großflächige Bauvorhaben in Schutzgebieten begünstigt haben.

Die Europäische Kommission fordert die Rücknahme der unvereinbaren Änderungen des Gesetzes aus 2024, während das Europäische Parlament ein sofortiges Moratorium für neue Bauvorhaben in Schutzgebieten, fordert. Auch die Berner Konvention forderte die Aussetzung der Arbeiten am Flughafen bis zum Abschluss einer angemessenen Umweltverträglichkeitsprüfung. Im Kern geht es damit um die Frage, wie vereinbar großflächige Bauvorhaben in Schutzgebieten mit Albaniens EU-Kurs sind – und welchen Stellenwert Naturschutz, Transparenz und öffentliches Interesse in diesem Entwicklungsmodell haben.

Programm

18:30 - 18:40 Uhr: Begrüßung

18:40 - 19:30 Uhr: Film 

  • „NDALONI AEROPORTIN / STOP THE AIRPORT“ (2023, OmEU) des albanischen Investigativjournalisten Artan Rama. Er dokumentiert den Konflikt um den Flughafen von Vlora und gibt albanischen Umweltaktivist*innen eine Stimme.

19:30 - 20:15 Uhr: Podiumsdiskussion 

  • Was fordern die Protestierenden und welche Bedeutung haben die Proteste für den Schutz der Natur in Albanien? 
  • Wie entwickelt sich die Bewegung – und welche politischen Veränderungen sind möglich und realistisch?
  • danach informeller Ausklang, Brezeln und kalte Getränke

Mit:

  • Joni Vorpsi, Protection and Preservation of Natural Environment in Albania (PPNEA)
  • Artemisa Ljarja, Flamingo Berlin
  • Mascha Brammer, Sprecherin, LAG Europa, Bündnis 90/Die Grünen; Co-Organisatorin Flamingo-Revolutions-Club

Moderation: Katja Giebel, Ost- und Südosteuropa Referat, Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

 

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Der Film ist auf Albanisch mit englischen Untertiteln.

Zum Weiterlesen: 
3 Fragen an Aleksandër Trajçe zur albanischen Küste und zur Zukunft der europäischen Biodiversität | Heinrich-Böll-Stiftung

 

Information
Katja Giebel
E katja.giebel@boell.de

Adresse
▶ Heinrich-Böll-Stiftung, Bundesstiftung Berlin sowie Online
Schumannstr. 8
10117 Berlin

Barrierefreiheit
Veranstalter*in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Sprache
Englisch
Livestream
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Teilnahme vor Ort im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

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