Samstag, 23. März 2013 14.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Antiziganistische Zustände - Kritische Positionen gegen gewaltvolle Verhältnisse

Bookrelease, Vorträge und Workshops

Vor kurzem ist der Sammelband 'Antiziganistische Zustände 2: Kritische Positionen gegen gewaltvolle Verhältnisse' erschienen. Mit dieser Veröffentlichungsveranstaltung wird das Buch ausführlich vorgestellt,
darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit, verschiedene Aspekte des aktuellen gesellschaftlichen  Antiziganismus' zu reflektieren. Zu Beginn werden die Herausgeber_innen das Konzept, den Blickwinkel, den
Kritikansatz sowie die politische Notwendigkeit des Sammelbandes erläutern. Im Anschluss finden drei parallele Workshopphasen statt, in denen (fast) alle Autor_innen ihre Buchbeiträge in Workshops oder
Inputvorträgen vorstellen und diskutieren.

Den Abschluss des Tages bildet eine Podiumsdiskussion mit externen Referent_innen, die sich noch einmal einer zentralen und bisher ungelösten Frage widmet, die im Rahmen der Erstellung des Sammelbandes erneut aufkam: Wer darf, wer sollte, wer kann Antiziganismuskritik betreiben? Welche Position muss dabei denjenigen zukommen, die Antiziganismus erfahren? Welche Rolle sollten, können dabei jene einnehmen, die nicht von Antiziganismus betroffen sind?

Die Veranstaltung richtet sich an politisch Aktive, an Multiplikator_innen wie Mitarbeiter_innen von NGOs, Beratungsstellen etc., an akademisch Arbeitende, sowie an eine interessierte Öffentlichkeit. Sie soll dazu beitragen, bestehende Debatten kritisch zu hinterfragen, ihnen eine neue Stoßrichtung oder Tiefe zu verleihen, sie zu verwerfen oder sie voran zu bringen. Die Veranstaltung will damit einen Beitrag zu einer kritischen Reflexion des Antiziganismus leisten.

Aktuelle Informationen finden sich auch unter:
http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/antiziganistische-zustaende-2-388-detail

Informationen zum geplanten Ablauf:

Voraussichtlicher Ablauf, Book-Release Antiziganistische Zustände 2,
23.03.2013

14.15–15.00h Begrüßung, Vorstellung des Projektes und des Kritikansatzes

15.00–16.45h Erste Workshop-Phase

Workshop A

1) Antiziganismus benennen:
Zur sprachlichen Diskriminierung durch das ›Zigeuner‹-Wort

2) Antiziganismus:
Zur Verteidigung eines wissenschaftlichen Begriffs in kritischer Absicht

Workshop B

1) Feldforschung: Betrachtungen zur neuesten Tsiganologie aus Leipzig

2) Intersektionale Diskriminierung zwischen nationaler Biopolitik und
supranationaler Rechtsprechung: Zu Zwangsterilisierungen an Romnja in
Tschechien, Ungarn und der Slowakei

Workshop C

1) „Ich bin Rotationseuropäer…“
Strategien gegen Antiziganismus aus der Perspektive einer Selbstorganisation

2) Soziale Arbeit von und mit Roma:
Eine selbstkritische Reflexion der Arbeit innerhalb der Anlaufstelle für
rumänische und bulgarische Roma bei Amaro Drom e.V.

17.15–19.00h Zweite Workshop-Phase

Workshop A

1) „Ohne Gott, ohne Vater, kein Teil der Gesellschaft“: Zur Virulenz des
vormodernen Diskurses über die ‚Athinganoi‘ im griechischen Antiziganismus

2) „Was sind denn ‚Nicht-Roma‘, wenn ich Sie fragen darf?“
Eine Untersuchung zu Bildern von Oberwart

Workshop B

1) Antiziganistisches Terrain.
Bürger_innen- und Bürgerwehren im ungarischen Gyöngyöspata

2) Antiziganismus als Regierungstechnik: Frankreich und Europa im Sommer
2010

Workshop C

1) „Beruf: Zigeuner“ – Logiken von NS-Verfolgung in der Peripherie

2) „…und du wirst sehen, die Leute, die hier wohnen, werden aus den
Fenstern schauen und Beifall klatschen.“
Rostock-Lichtenhagen als antiziganistisches Pogrom und konformistische
Revolte

20.00–22.00h Podiumsdiskussion: Wer spricht in der Antiziganismusforschung?

Eine Kooperation mit dem Forum Antiziganismuskritik