- Mittwoch, 07. September 2005 20.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Aufbruch in der Karibik: Walter Rodney, Visionär, Forscher und „activist“ aus Guyana
Der bedeutende Historiker Walter Rodney
(1942 – 1980) wurde vor 25 Jahren in seiner
Heimat Guyana von der damaligen Regierung
ermordet.<br>
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Rodney setzte sich in der Karibik, in
Afrika, in Europa – an allen Orten, an
denen er arbeitete, lebte und lehrte (u.a.
auch in Deutschland) – für wirkliche
Demokratie, Unabhängigkeit, Antirassismus
und gleichberechtigtes Zusammenleben in
einer multikulturellen Gesellschaft ein.
Er initiierte und gründete wichtige soziale
Bewegungen in der Karibik, arbeitete im
Bereich der politischen Bildungsarbeit mit
den Menschen aus den diskriminiertesten
sozialen Schichten oder machte sie als
Gleichberechtigte zum Ausgangspunkt
bahnbrechender Forschung.<br>
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Walter Rodney schrieb wichtige Werke für
ein neues Verständnis der historischen
Beziehungen zwischen Afrika und Europa (und
auch zum sog. Dreiecks-Handel zwischen
Afrika, Europa und Lateinamerika / bzw. der
Karibik). Er erklärte die Entstehung der
sog. „Ungleichheit“ in der Beziehung
zwischen Afrika und Europa in seinem
berühmten Werk „How Europe underdeveloped
Africa“, das ihn international bekannt
machte (auf deutsch: „Afrika. Die
Geschichte einer Unterentwicklung“, Berlin
1975).<br>
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Aus Rodneys sozialer, kultureller wie
politischer Praxis und aus seiner Forschung
gibt es viele interessante Anregungen für
unsere Arbeit heute.<br>
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Referent:<br>
<b>Dr. Kimani Nehusi</b>,<br>
Professor an der University of East London,
Großbritannien (School of Education and
Community studies, langjähriger Koordinator
des “Africa Studies Centre”)
- Veranstalter*in
- Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen