Workshop
- Samstag, 09. Juli 2016 10.00 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern
-ausgebucht- „Macht muss verhandelt werden, nicht verleugnet!“
Workshop im Rahmen der Feministischen Summerschool für Frauen*
Frauen sind in der deutschen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft weiterhin unterrepräsentiert. Zahlreiche Förderprogramme versuchen, die „gläserne Decke“, die Frauen daran hindert, an die Spitzen von Organisationen zu treten, zu durchbrechen. Einzelne Frauen verschiedener politischer Orientierungen gehen den Weg in die Machtzentren, übernehmen dort Verantwortung und gestalten Gesellschaft bewusst mit. Andere versuchen Gesellschaft dadurch zu gestalten, dass sie sich bewusst solchen machtvollen Positionen entziehen und Alternativen zu entwickeln versuchen. Denn für viele Frauen ist der Machtbegriff negativ besetzt und der Umgang mit Macht schwierig. Damit verbundene Erfahrungen von Scheitern und Ohnmacht bei Partizipationsversuchen wiegen schwer und führen nicht selten zum Verzicht auf einflussreiche Positionen. Aber unterschätzen Frauen, die eine aktive Beteiligung an institutionalisierter Macht(-politik) ablehnen, vielleicht die vorhandene politische Macht der Frauen? Die eigene Verantwortung wird möglicherweise von Frauen oft verkannt. Die Macht wird „den anderen“, vor allem den mächtigen Männern, zugeschrieben und kritisiert, wie sie die ausüben, oder dass diese sie nicht abgeben wollen.
Das Thema der Macht von Frauen ruft nach kritischer Aufmerksamkeit und feministischen Antworten. Im Workshop gehen wir der Macht der Frauen auf den Grund und stellen uns den Fragen: Wie ist derzeit gesellschaftliche Macht geregelt? Wer hat sie? Woher kommt sie? Was sind Machtpraxen von Frauen? Wie verhandeln sie Macht miteinander, wenn sie unterschiedliche oder gar konrtoverse Interessen haben? Und wie gestalten Frauen ihre Verantwortung, insbesondere da, wo sie keine Macht wollen?
Wir widmen wir uns dem Thema der weiblichen Macht unter Bezugnahme auf die Philosophie und Praxis des italienischen Differenzfeminismus. Dazu haben wir drei Referentinnen eingeladen: Traudel Sattler, Ulrike Moeller und Antje Schrupp. Die drei Vertreterinnen der „Politik der Beziehungen unter Frauen“ werden ihre jeweiligen Ansichten zur Machtfrage einbringen und damit die Workshopteilnehmerinnen zur persönlichen Auseinandersetzung inspirieren. Im Anschluss haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, eigene Überlegungen und Fragestellungen einzubringen und gemeinsam mit den Referentinnen zu bearbeiten und weiterzubringen.
Seminarleitung/Moderation:
Antje Prinz ist Sozialpädagogin, Psychodramatikerin und Dozentin für Deutsch als Fremdsprache. Sie ist im Arbeitskreis Frauenpolitische Bildung im Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung aktiv und gestaltet dort Veranstaltungen zum italienischen Differenzfeminismus.
Referentinnen:
Traudel Sattler, Übersetzerin und Lektorin für Deutsch als Fremdsprache in Mailand/Italien und Lugano/Schweiz. Seit 1982 ist sie im Mailänder Frauenbuchladen aktiv. Dort hat sie - im Kontext eines lebendigen Austauschs - eine politische Praxis und Denkimpulse zur Selbst- und Weltsicht gefunden, die sie in ihrer Muttersprache vermitteln will. So hat sie wichtige Texte der „Libreria delle donne di Milano“ ins Deutsche übersetzt und zahlreiche Veranstaltungen mit Luisa Muraro im deutschsprachigen Raum durchgeführt.
Ulrike Moeller ist Sozialpädagogin und Philosophin. Sie ist ebenso gern Chefin wie ihr Freiheit wichtig ist, und sie lebt und arbeitet in München. Sie denkt, handelt, arbeitet, gestaltet, lernt und lehrt seit mittlerweile 35 Jahren in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen mit Perspektive auf für Mädchen und Frauen relevante Aspekte. Dabei ist ihr das „Denken der Italienerinnen“ seit Mitte der 90er Jahre beständig eine Inspiration und Stütze.
Dr. Antje Schrupp ist Politologin und Journalistin und lebt in Frankfurt am Main. In ihren Büchern und in ihrem Blog beschäftigt sie sich vor allem mit weiblicher politischer Ideengeschichte. Seit zwanzig Jahren steht sie in Kontakt zu italienischen Differenzfeministinnen und hat Bücher der Philosophinnengruppe Diotima in Verona ins Deutsche mitübersetzt, darunter auch: Macht und Politik sind nicht dasselbe (Potere e politica non sono la stessa cosa), erschienen 2012.
Teilnehmerinnen:
18-24 Frauen ab 16 Jahre
Für die Teilnahme am Workshop sind Grundlagenkenntnisse zum Italienischen Differenzfeminismus sehr von Vorteil. Die nächste Einführung in die feministische Theorie „Die Politik der Beziehungen unter Frauen“ findet am 5.6.2016 statt. Informationen und Anmeldung hier: https://calendar.boell.de/de/event/frauen-trauen-die-politik-der-frauen-und-wie-weibliche-freiheit-entsteht-2
Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Eine Anmeldung per E-Mail ist erforderlich.
Die Veranstaltungen der Feministischen Summerschool sind ausschließlich für Frauen. Wir bitten alle Männer um Verständnis!
Diese Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.
Files
- Adresse
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Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Olivaer Platz 16
10707 Berlin
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
- Teilnahmegebühren
- kostenfrei