Film und Gespräch Mittwoch, 27. November 2019

Ausstellungsbegleitveranstaltung: Obdachlos weil wohnungslos

Über den Zusammenhang von Wohnungsknappheit und Obdachlosigkeit

Datum, Uhrzeit
Mi., 27. Nov. 2019,
18.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
➽ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen
An diesem Abend zeigen wir, begleitend zur Ausstellung "MITTEN DRIN DRAUßEN – ohne Obdach in der Stadt", den Film "MIETREBELLEN – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt" in Anwesenheit des Filmemachers Matthias Coers. Der Film zeigt mutige, aktive Menschen, die sich auf den Weg machen, gemeinsam etwas gegen die rasante Verdrängung von Mieter*innen aus den Städten zu unternehmen.

"MIETREBELLEN – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt" ist ein Dokumentarfilm von Gertrud Schulte Westenberg und Matthias Coers
D 2014 78 min.

Der Film versucht, die Mieter*innen sprechen zu lassen mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten, mit ihrer Kritik und ihrem Bestreben, die mangelerzeugende Wohnungspolitik und die Verknappung des Wohnungsmarktes nicht tatenlos hinzunehmen. Er soll Stadtbewohner*innen Mut machen, sich angesichts der Situation nicht Ohnmachtsgefühlen hinzugeben, sondern an der Gestaltung ihrer Nachbarschaften, Viertel und Städte selbstbewusst mitzuwirken.

Anschließend findet ein Gespräch mit Matthias Coers und Aktiven des Vereins Unter Druck e.V. über die aktuelle Situation von Wohnungslosigkeit in Berlin und anderen europäischen Metropolen statt. Auch der Wedding und seine Kieze gehören zu einem Berliner Stadtteil (Mitte), der zunehmend unter Gentrifizierungsdruck und Mieter*innenverdrängung zu leiden hat.

Fragen, die den Abend leiten:
- Wie wirken sich die Mietpreissteigerungen auf die Infrastrukturen der Innenstädte aus, wer kann bleiben und wer wird verdrängt? Wer landet auf der Straße oder im Randbezirk der Stadt?

- Was passiert mit den nicht kommerziellen, sozialen Infrastrukturen, die mit den enormen Mietsteigerungen nicht standhalten können? Werden in Zukunft auch diese Einrichtungen aus den Innenstädten verdrängt? Wie wirkt sich das auf das Leben in den Innenstädten aus?

- Welche Strategien gibt es gegen diese Entwicklung?

- Wie können sich die Stadt- und Kiezbewohner*innen gegen diese Entwicklung zur Wehr setzten? Welche Erfahrungswerte und Beispiele gibt es?

Der Trailer zum Film:
http://youtu.be/skL40QXMd1A

Es gibt nur 30 Plätze, daher bitten wir dringend um Anmeldung.

Bei Wünschen zur barrierefreien Teilnahme wenden Sie sich bitte an: Tanya Lazova, lazova@bildungswerk-boell.de

Hintergrundinformationen und Rezeption:
BERLIN In den letzten Jahren hat sich die Hauptstadt rasant verändert. Wohnungen, die lange als unattraktiv galten, werden von Anlegern als sichere Geldanlagen genutzt. Massenhafte Umwandlungen in Eigentumswohnungen und Mietsteigerungen in bisher unbekanntem Ausmaß werden alltäglich. Die sichtbaren Mieterproteste in der schillernden Metropole Berlin sind eine Reaktion auf die zunehmend mangelhafte Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum.

Der Film ist ein Kaleidoskop der Mieterkämpfe in Berlin gegen die Verdrängung aus den nachbarschaftlichen Lebenszusammenhängen. Eine Besetzung des Berliner Rathauses, das Camp am Kottbusser Tor, der organisierte Widerstand gegen Zwangsräumungen und der Kampf von Rentnern um ihre altersgerechten Wohnungen und eine Freizeitstätte symbolisieren den neuen Aufbruch der urbanen Protestbewegung.

Der Film MIETREBELLEN wurde bisher über 300 mal in Berliner Kinos aufgeführt. Zudem gab es Aufführungen mit Filmgesprächen und Diskussionen in Kooperation mit Nachbarschaftsinitiativen, Vereinen, Institutionen sowie politischen Parteien – aktuell mit über 250 Veranstaltungen in 80 Städten. MIETREBELLEN kann mit seinen weltweit 550 Aufführungen ein Beitrag für die Wahrnehmung sein, dass in vielen Regionen, Metropolengebieten und Städten die Frage des Wohnens zunehmend eine der zentralen gesellschaftlichen und sozialen Aufgaben sein wird.

Veranstalter:
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung im Rahmen des Projektes „Shared Spaces – europäische Dialoge über öffentliche Räume“ des Heinrich-Böll-Stiftung Stiftungsverbundes.