- Samstag, 04. Juni 2011 20.00 – 00.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Ausstellungseröffnung “Ethnographische Spurensuche”
Ausstellungseröffnung
Etwa 300 verlassene und gut 100 untergepflügte Dörfer und Weiler befinden sich in jener Sperrzone, welche im 30 km Radius den sogenannten Sarkophag von Tschernobyl umgibt. Mit der Katastrophe von Tschernobyl fand dort die Geschichte von fünfeinhalbtausend Jahren der Besiedlung ihr vorläufiges jähes Ende. Und wenn in der sogenannten Zone auch längst wieder Gras über all die verlassenen oder zerstörten Häuser wächst, so ist es doch verstrahltes Gras, und das wird auf unabsehbare Zeit so bleiben.
Für Ethnologen war dieses Gebiet, die Polissja, schon seit der Mitte des vorherigen Jahrhunderts wegen seiner abgeschiedenen Lage von besonderem Interesse. In sog. Expeditionen sammelten sie Kulturgüter und sicherten sie für die Nachwelt. Dabei handelte es sich in erster Linie um die Volkskultur der bäuerlichen Bevölkerung, doch auch um die Kultur eingewanderter russischer Altgläubiger, sowie die Kultur der chassidisch geprägten jüdischen Einwohner, welche 1941 in Babij Jar ihr schreckliches Ende fand.
Fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe richtete das Lviver Ethnographische Museum erstmals wieder Expeditionen in die Tschornobylske Polissja aus, um zu retten, was Plünderer und Liquidatoren nach dem Reaktorunglück übrig gelassen hatten. Ethnologen, Folkloristen, Archäologen, Linguisten, Schriftsteller, Fotografen, Filmemacher und Journalisten beteiligten sich daran, so dass die Erfassung, auch der spätsowjetischen Kultur, auf vielen Ebenen erfolgte.
Etwa 350.000 ehemalige Bewohner des verstrahlten Gebiets lebten da längst als Vertriebene in verschiedenen Orten der Ukraine und Weißrusslands. Doch es sind auch Bewohner, vorwiegend Alte, in der Zone geblieben oder wieder dorthin zurückgekehrt. Mitarbeiter der Expeditionsgruppen betrieben und betreiben ihre Feldforschungen sowohl bei ihnen, als auch bei den Evakuierten an ihren jetzigen neuen Wohnorten.
Im Mittelpunkt der 2. Ausstellung des WWK “Ethnographische Spurensuche” stehen beispielhaft ausgewählte Exponate aus den Expeditionen des Lviver Ethnographischen Museums. Darüber hinaus sind die Besucher eingeladen, sich anhand umfassender Materialien an der Spurensuche in der Tschornobylske Polissja zu beteiligen.
Zur Ausstellungseröffnung am 4. Juni sind auch Leiter und Mitarbeiter des Ethnographischen Museums in Lemberg anwesend.
Für Ethnologen war dieses Gebiet, die Polissja, schon seit der Mitte des vorherigen Jahrhunderts wegen seiner abgeschiedenen Lage von besonderem Interesse. In sog. Expeditionen sammelten sie Kulturgüter und sicherten sie für die Nachwelt. Dabei handelte es sich in erster Linie um die Volkskultur der bäuerlichen Bevölkerung, doch auch um die Kultur eingewanderter russischer Altgläubiger, sowie die Kultur der chassidisch geprägten jüdischen Einwohner, welche 1941 in Babij Jar ihr schreckliches Ende fand.
Fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe richtete das Lviver Ethnographische Museum erstmals wieder Expeditionen in die Tschornobylske Polissja aus, um zu retten, was Plünderer und Liquidatoren nach dem Reaktorunglück übrig gelassen hatten. Ethnologen, Folkloristen, Archäologen, Linguisten, Schriftsteller, Fotografen, Filmemacher und Journalisten beteiligten sich daran, so dass die Erfassung, auch der spätsowjetischen Kultur, auf vielen Ebenen erfolgte.
Etwa 350.000 ehemalige Bewohner des verstrahlten Gebiets lebten da längst als Vertriebene in verschiedenen Orten der Ukraine und Weißrusslands. Doch es sind auch Bewohner, vorwiegend Alte, in der Zone geblieben oder wieder dorthin zurückgekehrt. Mitarbeiter der Expeditionsgruppen betrieben und betreiben ihre Feldforschungen sowohl bei ihnen, als auch bei den Evakuierten an ihren jetzigen neuen Wohnorten.
Im Mittelpunkt der 2. Ausstellung des WWK “Ethnographische Spurensuche” stehen beispielhaft ausgewählte Exponate aus den Expeditionen des Lviver Ethnographischen Museums. Darüber hinaus sind die Besucher eingeladen, sich anhand umfassender Materialien an der Spurensuche in der Tschornobylske Polissja zu beteiligen.
Zur Ausstellungseröffnung am 4. Juni sind auch Leiter und Mitarbeiter des Ethnographischen Museums in Lemberg anwesend.
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin