Montag, 21. November 2011 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Bär unter Palmen

Die Wiederkehr der Juden in das arabische Literaturgedächtnis

Ali Badr und sein Roman „Der Tabakwächter“

Über Jahrzehnte hat man in der arabischen Welt kaum über das jüdische Erbe gesprochen, das dort mit der Gründung Israels in vielen Fällen verlorenging. Neuerdings lässt sich in historischen Romanen beobachten, dass arabische Autoren das Zusammenleben der Konfessionen in der Zeit vor dem jüdischen Exodus vermehrt aufgreifen und als Teil des nationalen Erbes darstellen.

Der Iraker Ali Badr, derzeit Gaststipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung, tut dies in seinem Roman „Der Tabakwächter“ (Haris at-tabgh, Beirut 2008) und illustriert dabei die Geschichte des Irak von den zwanziger Jahren bis in die Gegenwart literarisch. Wir kontrastieren sein Buch mit dem jemenitischen Roman „Der schöne Jude“ von Ali al-Muqri (Al-Yahudi al-hali, Beirut 2009) und diskutieren auch anhand  der Studie „Der Irak in Israel“ von Stefan Siebers (Göttingen 2010) über literarische Aspekte des arabisch-jüdischen Verhältnisses.