- Donnerstag, 26. Oktober 2006 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Being Jewish in the New Germany
Buchvorstellung und Diskussion
Noch 2002 hatte die amerikanische Autorin
Ruth Gruber die These aufgestellt, Judentum
in Deutschland sei eine virtuelle
Angelegenheit: Institutionen, Diskurse und
selbst Aktivitäten würden in
erster Linie von Nichtjuden betrieben. In
seinem Buch "Being Jewish in the New
Germany" registriert
der amerikanische Kommunikations- und
Kulturwissenschaftler Jeffrey M. Peck
jedoch, dass sich mittlerweile sehr wohl
jüdisches Leben in Deutschland behauptet
und sogar zunehmend
ausdifferenziert.<br>
<br>
Besonders in Berlin haben sich das
Selbstbild und die öffentliche Wahrnehmung
der Juden in
Deutschland in den letzten Jahren seit dem
Mauerfall rapide verändert. Einwanderer aus
der
Russischen Föderation vergrößerten nicht
nur die jüdische Gemeinde, sie haben auch
das kulturelle
und politische Selbstbewusstsein der
meisten ihrer Mitglieder verändert. Dieses
neue
Selbstverständnis dient Peck als
Ausgangspunkt für eine nähere Betrachtung
der Bedingungen und
Formen jüdischen Lebens. Er vergleicht die
Einflüsse, die die Erinnerungsarbeit zum
Holocaust auf
das Verhältnis von Juden und Nichtjuden in
Deutschland und in den USA hat, beleuchtet
die Vermittlerfunktion
amerikanisch-jüdischer Organisationen im
kulturellen Leben Berlins und fragt nach
der Rolle der Juden in den Beziehungen zu
Israel. Zugleich verweisen die Debatten um
einen neuen Antisemitismus seiner Meinung
nach auf eine neue Präsenz und eine
offenere gesellschaftliche
Wahrnehmung von Juden in Deutschland.<br>
<br>
Für Peck sind die jüdischen Gemeinden in
Deutschland ein Beispiel für die
Herausbildung einer
eigenständigen jüdischen Identität in der
Diaspora. Dass dies im „Land der Mörder“
möglich sei, lässt
auf eine hörbare jüdische Stimme in einer
sich globalisierenden und mehr und mehr
transnational
agierenden Welt hoffen, so das Resümee des
Autors.<br>
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<b>Zum Autor</b>:<br>
Jeffrey M. Peck ist Professor für
Kommunikation, Kultur und Technologie an
der Georgetown
University in Washington D.C. Derzeit lehrt
er als Fulbright Professor an der Berliner
Humboldt-
Universität, wo er außerdem als
Akademischer Direktor der Leo Baeck Sommer
Universität für
Jüdische Studien tätig ist.<br>
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<b>Mit</b>:<br>
Prof. Jeffrey M. Peck, Autor<br>
Karsten D.Voigt, Koordinator für die
deutsch-amerikanische Zusammenarbeit im
Auswärtigen Amt<br>
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<b>Moderation</b>:<br>
Dr. Marianne Zepp, Heinrich-Böll-Stiftung<br>
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Hinweis: Im Anschluss laden wir zu einem
kleinen Empfang.<br>
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin