Podiumsdiskussion Donnerstag, 17. November 2016 in
Berlin

Belarus: Öffnet der Bologna-Prozess Türen nach Europa?

Die Hochschulreformen als Gradmesser der Liberalisierung

Datum, Uhrzeit
Donnerstag, 17. November 2016, 18.00 Uhr – 20.00 Uhr
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Teilnahmegebühren
Ticket Created with Sketch.
keine
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin

Das Verhältnis zwischen der EU und Belarus hat sich entspannt. Schon nach den geräuschlos verlaufenen Präsidentschaftswahlen 2015 hatte die EU Sanktionen gegen das Land aufgehoben. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage und der latenten Gefährdung der belarusischen Souveränität durch Russland ist Minsk auf bessere Beziehungen mit dem Westen angewiesen. Allerdings hat sich außer freundlicherer Rhetorik in vielen Feldern bislang nicht viel verändert. So wird u.a. die Todesstrafe weiterhin angewendet, ist die Presse- und Versammlungsfreiheit weiterhin eingeschränkt.

2012 wurde der Antrag von Belarus auf Aufnahme in den Europäischen Hochschulraum noch im Rahmen der Sanktionen abgewiesen. Seit Mai 2015 ist Belarus nun aber formell Teil des gemeinsamen Europäischen Hochschulraums. Der damit verbundene „Bologna-Prozess“ verlangt von den Mitgliedsländern umfangreiche Reformen und Vereinheitlichungen im Hochschulwesen. Eine konsequente Umsetzung könnte das gesamte nationale Bildungssystem internationalisieren und liberalisieren – ein Kulturbruch für das Land, in dem Universitäten eher für ihre politische Instrumentalisierung bekannt sind und Hochschulzugang und Abschlussmöglichkeiten auch als Druckmittel gegen nicht konforme Studierende eingesetzt werden.

Zeit für eine Zwischenbilanz: Wie steht es um die Öffnung im Hochschulbereich? Haben sich internationale Austauschprogramme für Studierende und Forschende verbessert? Wie kann die Autonomie von Hochschulen und die Freiheit der Forschung gestärkt werden? Welche Beteiligungsmöglichkeiten haben Studierende selbst? Und welche Schritte können Deutschland und andere Mitgliedsländer des Europäischen Hochschulraums zur Unterstützung des Bologna-Prozesses in Belarus unternehmen?

Über diese Fragen sprechen wir mit folgenden Gästen aus Belarus und Deutschland:

Vladimir Dounaev, Unabhängiges Bologna-Komitee, Minsk
Sviatlana Matskevich, Agentur für Humanitäre Technologien, Minsk
Frank Petrikowski, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Ko-Vorsitzender Advisory Group on Support for the Belarus Roadmap, Berlin

Moderation:
Andreas Poltermann, Politologe, Berlin

Sprache:    
Russisch mit deutscher Übersetzung

Information:    
Ulla Niehaus, Ost- und Südosteuropa Referat, niehaus@boell.de, Telefon 28534387

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; die Teilnahme ist kostenfrei.