Mittwoch, 26. Mai 2004 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Berlin: Eins und Alle

Dokumentartheater nach Tonbandprotokollen

Was wäre, wenn wir selbst bestimmen könnten, ob wir geboren werden?<br> Wie würden wir uns wohl entscheiden? <br><br> Anhand ihrer eigenen wahren Geschichten, ob glaublich oder unglaublich, drastisch oder leise, mit hässlichen oder wunderschönen Momenten, versuchen die Protagonisten des ABM-Theaterpojekts dem imaginären Kind eine Entscheidungshilfe zu geben. Alte Ängste und Zwänge verweben sich mit aktuellen Eindrücken zu Aussagen, die von manchen der Geschichtengebenden so noch nie geäußert worden sind. <br><br> „Eins und Alle“ setzt sich unter anderem mit dem europaweiten politischen Konzept „Gender Mainstreaming“ auseinander. Das vermeintlich typische männliche und weibliche Erleben der Welt wird im Stück in Frage gestellt. Warum, zum Beispiel, scheitert die junge LKW- Fahrerin an ihren männlichen Kollegen? Und, darf ein Mann wegen körperlicher Schwäche aufgeben? <br><br> Erstmals in einem Tach-Stück spiegelt als Geschichtengeber eine Führungskraft der Bundesanstalt für Arbeit die „andere Seite“ authentisch wider – und macht Hoffnung auf eine Annäherung. <br><br> „Eins und Alle“, das dritte Dokumentartheaterstück des Tach- Theaters, basiert, wie die vorherigen Stücke, auf sehr persönlichen Gesprächen mit den TeilnehmerInnen, die auf Tonband aufgezeichnet wurden. Ein authentisches Bühnenwerk, das allen Beteiligten Räume eröffnet – zur Darstellung, zur Selbstfindung, zum Vor- und Nachdenken, zum Berühren und Berührtwerden, zum Wahrnehmen und Mitfühlen, zum Über-sich- Selbst-Hinauswachsen. <br><br> Zum Hintergrund: „Tach“ ist eine außergewöhnliche Arbeitsbeschaffungsmassnahme – in Deutschland einmalig. Die Arbeitslosigkeit hat die Spielerinnen und Spieler für ein Jahr zusammengeführt. So bunt gemischt wie nur möglich sind Alter, Berufe, Familienstände, Parteilichkeiten, Lebensläufe und Lebensziele. Arbeitsgegenstand der ABM sind die Teilnehmenden selbst, Medium ist das Theaterspielen. Es bietet knapp 20 Frauen und Männern die einmalige Chance, sich mit ihren Biografien, Erfahrungen, Depressionen und Hoffnungen auseinander zu setzen, zu kommunizieren, Empathie zu entwickeln, wieder Ziele im Leben zu suchen und diese zu verwirklichen.