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Fachtagung

Montag, 18. Mai 2026 – Dienstag, 19. Mai 2026 In meinem Kalender speichern

Fachtagung

Berlin Forum on Global Cooperation 2026

Energiezusammenarbeit vs. Energiedominanz – Partnerschaften für einen gemeinsamen Wandel

Infolge des Krieges gegen den Iran ist die Straße von Hormus de facto gesperrt. Etwa 20 bis 30 Prozent der weltweiten Ölversorgung und 20 bis 25 Prozent der weltweiten Gasversorgung auf dem Seeweg sind unterbrochen – die „größte Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes“ (IEA).

Energie ist zu einem globalen Schauplatz harter Auseinandersetzungen geworden. US-Präsident Donald Trump hat die „amerikanische Energiedominanz“ zu seinem vorrangigen Ziel erklärt. Unter seiner Führung setzt die Vereinigten Staaten verstärkt auf fossile Energieträger und nutzt ihre enorme politische und wirtschaftliche Macht, um andere Länder zum Kauf von US-Öl und -Gas zu drängen. Zugleich versucht sie, Fortschritte bei sauberen Energien zu behindern, internationale Abkommen zu torpedieren und internationale Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen unter Druck zu setzen, die Finanzierung fossiler Energien wieder aufzunehmen.

China hingegen hat eine technologische Führungsrolle bei sauberen Technologien erlangt – zunächst langsam, dann plötzlich. Obwohl das Land weiterhin widersprüchliche Signale in Bezug auf die Dekarbonisierung sendet, nutzte es ein Zeitfenster: Chinesische Unternehmen bauten massive Produktionskapazitäten auf, die die Kosten sauberer Technologien drastisch senkten und eine „Elektrotech-Revolution“ nicht nur im Inland, sondern auch international einleiteten.

Europa steht nun vor der Herausforderung, seine heimische Industrie zu schützen und seinen Schwerpunkt auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowohl in seiner inneren Energiestrategie als auch in seinen internationalen Beziehungen zu bekräftigen. Nicht fossile Dominanz, sondern nachhaltige Energiekooperation ist das erklärte Ziel zahlreicher bilateraler und plurilateraler Partnerschaften wie der hochrangigen Just Energy Transition Partnerships. Wie wird Europa dieser Herausforderung begegnen?

Regierungen in Afrika, Asien und Lateinamerika treffen ihre energiepolitischen Entscheidungen im Spannungsfeld von Energiezugang, industrieller Entwicklung und Energiesicherheit. Die Richtung, die sie einschlagen, wird entscheidend für die Erreichung der globalen Klimaziele sein. Wie navigieren Länder des Globalen Südens durch diese konkurrierenden Anforderungen, während sie zugleich Entwicklungsgewinne maximieren, lokale Wertschöpfung sichern und Arbeitsplätze schaffen? Wie kann Europa an ihren Prioritäten anknüpfen? Und welche Rolle könnten transformative Partnerschaften zum gegenseitigen Nutzen zwischen Ländern des Globalen Südens und Europa spielen?

Wie diese Fragen beantwortet werden, wird unsere gemeinsame Zukunft bestimmen. Mehr denn je bleibt Energie ein umkämpftes Terrain. Vor diesem Hintergrund wird das Berlin Forum on Global Cooperation 2026 die Spannungen rund um Energiestrategien und die kooperativen Partnerschaften diskutieren, die für eine prosperierende Zukunft notwendig sind.

Kooperation: 
Mit dem Seminar für ländliche Entwicklung (SLE) der Humboldt Universität zu Berlin.
 

Information: 
Elena Gnant
Globalisation and Transformation Unit
E gnant@BOELL.de


Programm

18. Mai 2026 Eröffnungsveranstaltung 

17:30 Uhr – Begrüßung 

17:40 Uhr – Vortrag: "The Electrotech Revolution"

Mit anschließendem Gespräch über die Geopolitik der Elektrotechnik-Revolution und die Folgen für Europa und Deutschland mit

19:00 Uhr – Empfang


19. Mai 2026

09:00 Uhr – Willkommen Tag 2

09:45 - Keynotes: Nachhaltige Energiezusammenarbeit vs. Dominanz fossiler Energien

  • Gabriel Boric, ehemaliger Präsident von Chile
  • Jennifer Morgan, Senior Fellow an der Tufts University und der Hertie School, ehemalige Staatssekretärin und Klimabeauftragte, Deutschland

10:30 -  Kaffeepause + Snack

11:00 - Fishbowl: Deutschlands Energiezusammenarbeit mit dem Globalen Süden: Ein Gegengewicht zur Dominanz fossiler Brennstoffe?

  • Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin, BMZ
  • Sven Giegold, ehemaliger Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und Mitglied der Parteiführung der Grünen
  • Olumide Abimbola, Geschäftsführer des Africa Policy Research Institute (APRI)
  • Adriana Abdenur, Co-Präsidentin des Global Fund for a New Economy (bestätigt), ehemalige Sonderberaterin der brasilianischen Präsidentschaft für internationale Angelegenheiten
  • Moderation: Celia Schmidt, Moderation und Prozessbegleitung für nachhaltige Entwicklung

12:30 - Mittagspause & Networking (Markt der Möglichkeiten) 

14:00 - Deep Dives
Vier Deep Dives zu Aspekten der deutschen Nord-Süd-Kooperation bei der wirtschaftlichen Transformation:

  1. Towards a Just Hydrogen Transition? Germany, Green Steel, and Energy Cooperation
  2. Mapping the Resource Race: Critical Minerals, Critical Choices. Pathways beyond Dependency
  3. Who powers the future? Cooperations in a multipolar world order
  4. Europe and China in the Global South: Cooperation, Complementarity or Competition in Global Zero-Carbon Development?

16:00 - Kaffeepause

16:30 - Abschlussdiskussion: Über die Schnittstelle von Krieg, Geopolitik, Energie und Gender

  • Adriana Abdenur, Co-Präsidentin des Global Fund for a New Economy, ehemalige Sonderberaterin der brasilianischen Präsidentschaft für internationale Angelegenheiten
  • Jennifer Morgan, Senior Fellow an der Tufts University und der Hertie School, ehemalige Staatssekretärin und Klimabeauftragte, Deutschland

17:30 - Schlusswort & Danksagung

17:45 - Netzwerken

19:00 - Ende


» Teilnahme vor Ort
im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

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» Livestream
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Webdossier Boell Global Cooperation
Veranstaltungsreihe
Berlin Forum on Global Cooperation
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin

Barrierefreiheit
Veranstalter*in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Sprache
Englisch
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