Freitag, 17. Dezember 2004 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Berlin: Kino des Orients

Buchvorstellung, Diskussion und Filmvorführung

Diskussion mit:<br> <b>Amin Farzanefar</b>, Filmkritiker, Autor und Journalist<br> <b>Irit Neidhardt</b>, mec-film, freie Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin für Filme aus dem Nahen Osten<br> <b>Martina Sabra</b>, Islamwissenschaftlerin und Journalistin<br> Moderation: N.N.<br><br> Ca. 20.30 Uhr Filmvorführung<br> "<b>Waiting for Sallah El-Din (Natreen Sallah El-Din)</b>"<br> Palästina 2001, Tawfik Abu Wael, <br> Dokumentation, 53', Farbe, Arab. OmU<br> Weitere Infos: <a href="http://www.mec- film.de/pages/de/vhs/waiting.htm">http:// www.mec- film.de/pages/de/vhs/waiting.htm </a><br> Eintritt frei <br><br> Islamismus, Migration und Globalisierung, Postkolonialismus und ethnische Konflikte finden sich im Kino der islamischen Welt ebenso wie private Dramen zwischen Tisch und Bett, Liebe und Leid. In der Betrachtung löst sich die Vorstellung eines einheitlichen Kulturraumes "Orient" bald auf, Ägypten, Iran, die Türkei, Afghanistan haben sehr unterschiedliche Filmkulturen. Das Buch "Kino des Orients" von Amin Farzanefar stellt die Vielfalt, die Gegensätze und dann wieder die einigenden Züge heraus. Amin Farzanefar, Filmjournalist und Islamwissenschaftler setzt Schlaglichter auf die Filmwelten eines Orients, der längst schon bis vor die Haustür reicht. <br><br> In Zeiten, in denen insbesondere "der Westen" sein besorgtes Auge auf die Region des Nahen und Mittleren Ostens wirft, interessiert nicht nur Filmschaffende die gegenseitige Wahrnehmung, die Bildsprache und erzählerische Technik eines so lebendigen und oft auch innovativen Mediums wie dem Film - ein Medium, das tiefe Einblicke geben kann in die Befindlichkeiten und Sehnsüchte einer Kultur.<br><br> Die Filme aus der Region thematisieren, in unterschiedlicher Qualität und Betonung, aus verschiedenen Perspektiven, einen ganzen Strauss auch weltweit aktueller Themen: Globalisierung, Migration, Frauenrechte, das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Wertsysteme von Ost und West, die neuen Forderungen ethnischer Minderheiten (berberisches Kino, kurdisches Kino) - Themen, die auch in anderen Teilen der Welt zur künstlerischen Auseinandersetzung anregen. <br><br> Taugt also Film als -universelles- Medium zum Dialog? <br> Mit welcher Bildsprache und Erzähltechnik arbeiten Filmschaffende in der islamischen Welt, wo entwickelt sich Neues, wo bieten sich Anregungen auch für "westliche" Filmemacher und interessiertes Publikum? <br> Wie reflektieren Filme aus der Region die andauernden, auch innergesellschaftlichen Konflikte und Auseinandersetzungen und wie gehen sie, als gemeinsame Arbeitsgrundlage, mit der ubiquitären Zensur um? <br> Welche Einblicke bieten Filme der islamischen Welt in die Stimmungslagen, Ängste und Ressentiments der Region - und in den "Westen"? <br><br> Das Buch "Kino des Orients" erschien im Schueren-Verlag<br> Amin Farzanefar: Kino des Orients, 276 S., Pb., 240 Abb., E 19,90/SFr 36,00, ISBN 3- 89472-392-0