Mittwoch, 22. September 2004 11.30 – 12.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Berlin: Studien- und Hochschulfinanzierung in der Wissensgesellschaft

Das Finanzierungskonzept der Heinrich Böll Stiftung wird diskutiert

Es diskutieren Krista Sager, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag und Prof. Dr. Detlef Müller-Böling, Leiter Centrum für Hochschulentwicklung, Gütersloh. <br><br> Kippt nach der Bundesregelung zur Juniorprofessur auch das bundesweite Verbot von Studiengebühren? Wenn im November das Bundesverfassungsgericht über die Klage einiger Bundesländer verhandelt, steht viel auf dem Spiel. Die ersten Länder haben für den Fall der Fälle bereits die Einführung von Studiengebühren angekündigt. Diejenigen, die beim gebührenfreien Erststudium bleiben wollen, fürchten, von Studierenden aus dem ganzen Bundesgebiet überrannt zu werden. Schon sind Gebühren- und Stipendienmodelle für „Landeskinder“ und entsprechende Maßnahmen zur Abwehr studentischer „Zuwanderung“ im Gespräch. <br><br> Soll ein gewaltiger Schritt in die Kleinstaaterei vermieden werden, braucht Deutschland ein überzeugendes Konzept für die bundesweite Studien- und Hochschulfinanzierung, das nicht als Not- und Reparaturmaßnahme eines weiterhin ungerechten Bildungssystems konzipiert und dementsprechend auch wahrgenommen wird. <br><br> Das Konzept der Heinrich-Böll-Stiftung stellt sich der Herausforderung, die Vorzüge von Studiengebühren (v.a. die Stärkung der „Nachfrageposition“ der Studierenden und die damit verbundenen Leistungsanreize für Hochschulen) aufzugreifen, ohne in die Falle einer noch stärkeren sozialen Selektivität zu laufen. Es kombiniert vier Module: Hochschulbau, Studiengutscheine, Stiftung für gute und innovative Lehre, Studentensalär. Das Konzept entzerrt die Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau, verbindet Elemente einer individuenzentrierten, nachfrageorientierten Hochschulfinanzierung (nationaler Fonds für Studiengutscheine) mit einer Projekt- und Programmförderung der Lehre nach dem Muster der Forschungsförderung (Stiftung) und stellt das BAföG auf ein elternunabhängiges Studentensalär um. Das Konzept der Heinrich-Böll-Stiftung spricht sich gegen Studiengebühren aus. Stattdessen will es Anreize setzen für einen Wettbewerb der Länder um mehr und bessere Studienplätze, es stärkt die Nachfrageposition der Studierenden, verlangt von ihnen jedoch als Gegenleistung ein zielgerichtetes Studium und die generationengerechte Refinanzierung des Darlehens für den Lebensunterhalt. <br><br> Das Konzept „Studien- und Hochschulfinanzierung in der Wissensgesellschaft“ finden Sie ab dem 22. September unter www.boell.de