Freitag, 15. April 2005 09.30 – 17.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Bio im Tank

Chancen – Risiken - Nebenwirkungen

Fachtagung im Rahmen des „Kyoto+ Lab“ der Heinrich-Böll-Stiftung und des European Climate Forum <br><br> Das Rekordniveau des Ölpreises macht es deutlich: Die Menschheit wird sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten aus der Abhängigkeit von fossilen Ressourcen lösen müssen. Klimawandel, Umweltschäden, Ressourcenverknappung und Ressourcenkonflikte stehen einem stetig wachsendem Bedarf an Öl und Gas gegenüber. Da gerade die Energienachfrage im Verkehrssektor in Industrie- und Schwellenländern dramatisch wächst, stellt sich die Frage, wie Mobilität zu Lande, im Wasser und in der Luft in Zukunft ökologisch und ökonomisch sinnvoll gestaltet werden kann.<br><br> Als Alternative zu den Treibstoffen fossilen Ursprungs zeichnen sich Kraftstoffe auf der Basis Erneuerbarer Energien, wie Pflanzenöle, Biogas, synthetische Kraftstoffe aus Biomasse, Bioäthanol und Wasserstoff ab. Die EU-Biokraftstoff- Richtlinie sieht vor, den Anteil biogener Kraftstoffe in der EU bis zum Jahr 2010 auf 5,75 % zu erhöhen. Der Bundestag fördert Biokraftstoffe mit einer Mineralölsteuerbefreiung. Die verstärkte Nutzung der Bioenergien für den Treibstoffsektor wirft viele Fragen auf. <br><br>Die Tagung will möglichen Zielkonflikten nachgehen und politische Handlungsperspektiven ausloten:<br> - Welche Perspektiven und Potenziale bieten Biokraftstoffe um Mobilität zu ermöglichen?<br> - Liegen zuverlässige Energie- und Ökobilanzen sowie Flächenbedarfsanalysen für verschiedene Biotreibstoffe vor und wie lassen sie sich bewerten?<br> - Wie sind konkurrierende Nutzungsoptionen wie die Strom- und Wärmebereitstellung aus Biomasse, die Substitution von industriellen Rohstoffen und die mögliche Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau zu bewerten?<br> - Ist die Entstehung eines großen Weltmarkts für Biokraftstoffe eher vorteilhaft oder eher nachteilig für Welthandel, die Landwirtschaft, die arme Bevölkerung in Entwicklungsländern?<br> - Kommt es in diesem Zusammenhang zu Nutzungskonflikten zwischen dem Bioenergiesektor und der Welternährung? <br> Welche Regelungen sind ggf. erforderlich, um solche Konflikte zu vermeiden?<br> - Kann mit der Perspektive der Biokraftstoffe - und dem Abschied von Erdöl wie Erdgas - Mobilität in den gegenwärtig praktizierten Dimensionen annähernd aufrecht erhalten werden? Erzwingt die Bio-Verkehrswende eine durchgreifende Politik der Verkehrsvermeidung und der Effizienzsteigerung? <br><br> Um die technischen, wirtschaftlichen, umwelt- und entwicklungspolitischen Aspekte der Biotreibstofferzeugung im großen Maßstab zu beleuchten, will die Tagung unterschiedliche Akteure ansprechen und ins Gespräch bringen:<br> - Firmen aus dem Automobil-, Kraftstoff- und Landwirtschaftssektor<br> - ExpertInnen aus Verbänden für Landwirtschaft, Umwelt, Entwicklung, Verkehr, Erneuerbare Energien<br> - PolitikerInnen aus Parteien, Ministerien und Parlament<br> - WissenschaftlerInnen<br><br> Eine Publikation der Ergebnisse der Tagung ist geplant