Politische Diskussion und Konzert Dienstag, 03. Dezember 2019 /
Berlin

Blackbox Libyen

Politische Dynamiken und künstlerische Interventionsräume

Urheber/in: Ahmed Barudi. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons License.
Datum, Uhrzeit
Di., 03. Dez. 2019,
18.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Sprache
Arabisch
Deutsch
Englisch
Simultanübersetzung
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen

Nach Muammar Gaddafis Sturz führten die Umbrüche von 2011 zu einem rasanten Zerfall der staatlichen Strukturen Libyens. Politische und militärische Gruppen und Milizen kämpfen seitdem um die Ressourcen des ölreichsten Staates Afrikas.

Zurzeit kämpfen Truppen und Milizen der seit Ende 2015 von den Vereinten Nationen anerkannten Übergangsregierung von Fayiz Al Sarradsch, die Teile West-Libyens mit der Hauptstadt Tripolis kontrollieren, gegen die Truppen Khalifa Haftars. Er hatte sich nach seiner Rückkehr aus den USA am Sturz Gaddafis beteiligt und rechtfertigt seinen aktuellen Feldzug als Kampf gegen Islamisten. Nach seinem Sieg über Milizen in Bengasi und in der Fezzan Provinz kontrolliert Haftar nun 85 Prozent des Landes. Kurz vor einer von den Vereinten Nationen geplanten Friedenskonferenz startete Haftar im April eine Offensive auf die Hauptstadt.

Wenig überraschend treiben zudem ausländische Interessen den Kampf um die Macht und Vorherrschaft im Ölstaat an. Während Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien, aber auch Russland und Frankreich, General Khalifa Haftar unterstützen, stehen die Türkei, Katar und Italien auf der Seite der Regierung in Tripolis. Das umfassende UN-Waffenembargo, das seit 2011 gilt, wird nicht eingehalten. Kriegsverbrechen finden auf beiden Seiten der Frontlinie statt.

Die Bundesregierung bemüht sich ihrerseits im Rahmen des Berlin-Prozesses, den Weg zu einer Verhandlungslösung zu bereiten.In Deutschland und Europa wird Libyen oft nur im Kontext der EU-Migrationspolitik und der katastrophalen Lage der Migrant/innen und Geflüchteten diskutiert. Dieser Abend bietet vertiefte Einblicke in die Blackbox Libyen: Eine Podiumsdiskussion und ein anschließendes performatives Gespräch mit libyschen Künstler/innen erschließen an diesem Abend die politischen Dynamiken und die zivilgesellschaftlichen Lebenswirklichkeiten, Kommunikations- und Aktionsmöglichkeiten. Thema des ersten Panels ist die Machtkonstellation im Bürgerkriegsland: Wie kam es zu dem Krieg? Wer kämpft hier eigentlich weshalb gegen wen? Welche realistischen Optionen für einen Frieden sind denkbar? Im zweiten Teil der Veranstaltung kommen libysche Künstler/innen zu Wort, beleuchten die Existenzräume der Zivilgesellschaft und präsentieren ihr künstlerisches Schaffen.


1. Teil Diskussionsrunde:
Politische Realitäten und Dynamiken in Libyen

Mit:
•    Wolfram Lacher, Stiftung Wissenschaft und Politik
•    Elham Saudi, Direktorin, Lawyers for justice in Libya
•    Heba Shibani, Journalistin, Aktivistin, Fotografin und Filmemacherin


2. Teil Diskussion und Performance:  
Zivilgesellschaftliche Kommunikations- und Aktionsräume

Mit:
•    Aiman Al Huni, Musiker und Komponist
•    Tewa Bernosa, Künstlerin und Kuratorin, Waraq Art Foundation
•    Ahmed Barudi, Künstler und Kurator, Dwaya Künstlerinitiative
•    Farah Elle, Sängerin und Komponistin
•    Fuad Gritli, Musiker und Aktivist

Pause bei Fingerfood und Getränken

Im Anschluss:
"Breaking the Ice" - Konzert: Libyan Folk and Indie

Durch den Abend führen:

  • Mirco Keilberth, Nordafrika-Korrespondent, Libyen-Experte, Mitgründer der Breaking the Ice Initiative
  • Heike Löschmann, Büroleiterin, Heinrich-Böll-Stiftung, Tunis

 

Sprache: Englisch/Deutsch/Arabisch mit Simultanübersetzung

Fuad Gritli, Musiker und Aktivist / All rights reserved.
Fuad Gritli, Musiker und Aktivist / All rights reserved.

 

Information:    
Anja Hoffmann
Referentin Nordafrika & Iran
Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail hoffmann@boell.de
Telefon +49(0)285 34 -321