Tagung
- Freitag, 18. November 2016 – Sonntag, 20. November 2016 In meinem Kalender speichern
Brasilien im Umbruch
Menschenrechte I Umweltschutz I Demokratie
Brasilien erlebt einen politischen Umbruch. In einem umstrittenen Amtsenthebungsverfahren stimmte der Senat Ende August mit 61 zu 20 Stimmen für die Absetzung der 2014 wiedergewählten Präsidentin Dilma Rousseff (PT). Der bisherige Vizepräsident Michel Temer vom ehemaligen Koalitionspartner PMDB übernimmt damit die Präsidentschaft. Bereits als Interimspräsident hatte er ein neues Kabinett, einheitlich bestehend aus weißen Männern, eingesetzt und radikal die Anzahl der Ministerien reduziert. Mit neoliberalen Maßnahmen wie Sparprogrammen versucht er nun, die Rezession zu bekämpfen. Dabei werden sozialpolitische Errungenschaften der Vergangenheit beschnitten.
Die Politik befindet sich in der Krise und die Wirtschaft in einer schweren Rezession. Unzufriedenheit und Existenzangst treiben die brasilianische Bevölkerung auf die Straße – in der Stadt und auf dem Land. Uneinig sind sich die Protestierenden in der Bewertung der politischen Vorgänge. Ging es um die Aufarbeitung von Korruptionsskandalen oder um ihre Vertuschung? Michel Temer traut man die Umsetzung notwendiger politischer Reformen nicht zu. Stabile Verhältnisse sehen anders aus.
Es wurde viel gestritten in den zurückliegenden Monaten, auch innerhalb der sozialen Bewegungen. Von der Arbeiterpartei PT fühlten viele sich schon lange nicht mehr ausreichend vertreten. Die Mehrheitsverhältnisse in Parlament und Kongress verhinderten eine progressive Politik im Sinne der Wähler/innen der Arbeiterpartei. Sozialprogramme waren an ein neo-extraktivistisches Entwicklungsmodell gekoppelt, das von vielen abgelehnt wurde. Soziale Bewegungen fürchten nun, dass Errungenschaften der Sozial- und Umweltpolitik rückgängig gemacht und Mitspracherechte abgebaut werden. Sozial-ökologische Gerechtigkeit droht immer schneller der unternehmerfreundlichen Ressourcenausbeutung zu weichen.
Wie gehen die sozialen Bewegungen und Basisgruppen mit der neuen Situation um? Was steht für sie im Kampf um Menschenrechte und Demokratie auf dem Spiel? Welche Strategien verfolgen sie jetzt und wo ist internationale Unterstützung sinnvoll? Darüber möchten wir auf der Fachtagung mit brasilianischen und deutschen Gästen ins Gespräch kommen.
Neben fachlichen Impulsen gibt es Gelegenheit für Diskussion, Vernetzung und Austausch. Die Tagung findet zweisprachig statt und wird simultan übersetzt. Eine Kinderbetreuung ist organisiert. Ein Markt der Möglichkeiten bietet Raum für eigene Angebote der Teilnehmer/innen.
Mit:
- Aldebaran Moura, FASE, Brasilien
- André Dallagnol, Terra de Direitos, Brasilien
- Armindo Goes Melo, Hutukara Associação Yanomami, Brasilien
- Bena Gonçalves,STTR, Brasilien
- Dom Roque Paloschi, Conselho Indigenista Missionário, Brasilien
- Keila Marães, Caritas Belém, Brasilien
- Marie Henriqueta Calvacante, Comissão Justiça e Paz, Brasilien
Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit KoBra e.V. und Weiteren.
Veranstaltungsort:
Haus Venusberg e.V.
Haager Weg 28-30
53127 Bonn
Anmeldung (bis 6. November 2016): Melden Sie sich hier online an.
Oder postalisch: siehe Programmflyer.
Teilnahmebeitrag:
siehe Programmflyer
Information KoBra e.V.:
Uta Grunert
Koordination
E-Mail uta.grunert@kooperation-brasilien.org
Telefon +49(0)761/6006926
Information Heinrich-Böll-Stiftung:
Julia Ziesche
Projektbearbeitung Lateinamerikareferat
E-Mail ziesche@boell.de
Telefon +49(0)285 34 -327
Files
- Veranstaltungsreihe
- Runder Tisch Brasilien
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▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
- Teilnahmegebühren
- Siehe Programmflyer