Montag, 08. Mai 2006 18.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Briefwechsel zwischen Heinrich Böll und Lew Kopelew

Präsentation des Projekts und Lesung von Texten

<b>Elsbeth Zylla</b> stellt das Editionsprojekt kurz vor. Dabei wird es vor allem um die Inhalte des Briefwechsels zwischen Heinrich Böll und Lew Kopelew gehen.<br> Die Schauspieler <b>Thomas B. Hoffmann</b> und <b>Roman Kanonik</b> lesen aus den Briefen.<br> Im Anschluss an die Lesung bietet sich bei einem Glas Sekt die Möglichkeit für ein gegenseitiges Kennenlernen der Gäste.<br><br> Heinrich Böll und Lew Kopelew, die sich 1962 auf der ersten Russlandreise Bölls kennen lernten, wurden mit der Zeit enge Freunde. Bis zur Ausbürgerung Kopelews und seiner Frau Raissa Orlowa im Januar 1981 durch einen Ukas von Breschnew pflegten beide einen regen Schriftwechsel.<br> Die Herausgabe der Briefe eröffnet eine bisher nicht gekannte Binnenperspektive auf viele wichtige gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen in den 1970er und 1980er Jahren.<br><br> Bedeutende zeitgeschichtliche Ereignisse, wie der Prager Frühling oder der deutsche Herbst, sind Gegenstand des schriftlichen Austausches. Die Dokumente vermitteln einiges über die Rezeption Heinrich Bölls in der damaligen Sowjetunion und geben Einblick in das dortige künstlerisch-literarische Leben. Vor allem aber erfährt man Genaueres über Bölls Engagement für sowjetische Dissidenten. „Dieser Einsatz Heinrich Bölls, der damals Präsident des internationalen PEN war, hat uns manche bittere Erfahrung erspart“, schrieb Lew Kopelew 1996.