- Montag, 16. Oktober 2006 19.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
China erobert Afrika
Chancen und Risiken des chinesischen Engagements in Afrika
Chinas wachsender Energiehunger treibt
Firmen aus dem Reich der Mitte weltweit
auf die Suche nach immer neuen
Rohstoffquellen, mittlerweile verstärkt
auch in Afrika. Chinesische Unternehmen
fördern in Nigeria, Sudan und Angola
Erdöl. China importiert Kupfer aus dem
Kongo, Gold aus Guinea und Erze aus
Simbabwe. Afrika dient außerdem als
Produktionsstandort für chinesische
Textilien und als willkommener
Absatzmarkt für konkurrenzlos preiswerte
chinesische Waren. <BR><BR>
Anfang des Jahres hat die chinesische
Regierung erstmals ihre Afrikapolitik
explizit dargelegt, die auf den Prinzipien
der Nicht-Einmischung in innere
Angelegenheiten, Gleichheit und
beiderseitigem Gewinn beruht. Vielen
afrikanischen Ländern kommt das
zunehmende Engagement Chinas in Afrika
sehr gelegen. Es stärkt der Rolle Afrikas in
multilateralen Organisationen. Die
chinesische Entwicklungshilfe und
Investitionen in Infrastruktur sowie die
wachsenden Süd-Süd-Handelsbeziehungen
bieten eine Alternative zum bisher allzu
dominanten Westen und vergrößern die
Handlungsspielräume afrikanischer Länder.
Die Teilnahme Chinas an UN-
Friedensmissionen in Afrika, die
Entsendung von medizinischem Personal in
abgelegene Regionen und die intensivierte
Zusammenarbeit in Wissenschaft und
Kultur kommen der afrikanischen
Bevölkerung zugute. <BR><BR>
Afrikanische Herrscher empfangen die
chinesischen Gaben meist mit offenen
Armen, da sie - anders als die Kredite
westlicher Geberländer – nicht an
politische Konditionen wie Demokratie,
Transparenz und die Einhaltung von
Menschenrechte geknüpft sind.
Der Westen beobachtet das verstärkte
chinesische Engagement in Afrika mit
wachsendem Unbehagen. Die chinesischen
Investitionen unterhöhlen die
Anstrengungen zur Förderung
demokratischer und rechtsstaatlicher
Prinzipien in Afrika. Aufgrund seiner
Erdölinteressen verhindert China im UN-
Sicherheitsrat Sanktionen gegen den
Sudan und unterstützt autoritäre Herrscher
wie den simbabwischen Präsidenten
Mugabe, da das Land für China wichtige
Bodenschätze besitzt.
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Welche Interessen verfolgt China und
welche Afrika? Welche politischen,
sozialen, ökonomischen und ökologischen
Auswirkungen hat das wachsende
Engagement Chinas in Afrika? Wie könnte
Afrika das Interesse Chinas für eine
nachhaltige Entwicklung nutzen? Welche
Rolle können westliche Geberländer und
vor allem Deutschland dabei spielen? Ist
es möglich, Einfluss auf das chinesische
Engagement zu nehmen?
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin