Dienstag, 17. April 2012 13.30 – 19.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Christen in der islamischen Welt - Geduldet, Diskriminiert, Verfolgt

veranstaltet von `Friedrich Ebert Stiftung`

Christen (arab. `nasara`) galten im islamischen Herrschaftsbereich bis weit in das 19. Jahrhundert hinein als so genannte `Schutzbefohlene` (`dhimmi`), die gegen Entrichtung einer `Kopfsteuer` (`dschizya`) ihre Religion beibehalten durften und dafür unter den `Schutz` des islamischen Gemeinwesens gestellt wurden. Als `Buchbesitzer` (`ahl al-kitab`) war ihre Lage relativ besser als die von Polytheisten oder Atheisten. Dennoch war der `dhimmi`-Status jahrhundertelang von mannigfachen Einschränkungen und Diskriminierungen geprägt. Mit der Entwicklung arabisch-islamischer Verfassungsstaaten verbesserte sich ihre Lage, aber in der Praxis setzten sich traditionelle Muster der Unterordnung und Ungleichbehandlung fort. Es gibt bis heute islamische Staaten, in denen Christen keine oder nur sehr eingeschränkte Religionsfreiheit genießen. Im `Weltverfolgungsindex` der Nicht-Regierungsorganisation `Open Doors` belegen islamisch geprägte Staaten hinter Nordkorea die nächsten neun Plätze. Ob die `Arabische Revolution` zu mehr Freiheit nicht-muslimischer Minderheiten führen wird, ist offen. Die gegenwärtigen Entwicklungen lassen nur sehr gedämpften Optimismus zu.

13.30 - 13.45
Begrüßung und Einführung in das Thema
Dr. Johannes Kandel, FES Berlin

13.45 - 14.30
Christen in der islamischen Welt in Geschichte und Gegenwart - Ein Überblick
Prof. Dr. Martin Tamcke, Universität Göttingen

14.30 - 15.15
Diskussion
Moderation: George Khoury, Journalist, Bergheim

15.15 - 15.45
Kaffeepause

15.45 - 18.00
Berichte aus verschiedenen Regionen:

` Ägypten: Anba Damian, Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland
` Naher Osten: Prof. Dr. Abdel Raouf Sinno, Beirut
` Asien: Pfarrer Dr. Paul Murdoch, Stuttgart
` Iran: Markus Rode, Open Doors, Kelkheim
` Türkei: Dr. Othmar Oehring, Missio, Aachen

Moderation: Dr. Johannes Kandel/George Khoury

18.00 Ende der Veranstaltung
Friedrich Ebert Stiftung