- Dienstag, 07. Dezember 2010 18.00 In meinem Kalender speichern
CINEMA GLOBAL | Heremakono
Heremakono
Warten auf das Glück - En attendant le bonheur
Buch und Regie: Abderrahmane Sissako
Mauretanien/Frankreich 2002 96 Minuten
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Nouadhibou ist ein kleiner Ort an der mauretanischen Küste, umgeben vom Wüstensand der Sahara. Das Leben zieht langsam vorüber, zwischen den blendend weißen Häusern und den Liedern, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, im Warten auf ein imaginäres Glück.
Der 17jährige Abdallah besucht seine Mutter, bevor er für immer nach Europa geht. Weil er den lokalen Dialekt nicht spricht, fühlt er sich als Außenseiter. Anfangs macht er sich sogar ein wenig lustig über die Bewohner, deren Gewohnheiten und die traditionell farbenfrohe, handgewebte Kleidung. Aus Distanz betrachtet er diese für ihn fremde Gemeinschaft. Aber dann erwacht doch sein Interesse. Er lernt die junge, melancholische Nana kennen; Makan, eine chinesische Immigrantin, die eine Schwäche für Karaoke hat; und den alte Monsieur Maat, dessen Fähigkeiten als Elektriker einiges zu wünschen übrig lassen. Am meisten aber fühlt er sich zu dem quirligen 12jährigen Khatra hingezogen, der vor Aktivität sprüht und neugierig auf die Welt ist.
Schwebend leicht ist Sissakos Erzählung von dem jungen Mann, der Abschied nehmen will von seiner afrikanischen Heimat, um in den Norden zu reisen. Traumhaft schön sind die Bilder aus der mauretanischen Sandwüste. Der Filmemacher betrachtet das kleine Fischerstädtchen Nouadhibou als einen Ort des Übergangs. Er schildert das Leben in dieser afrikanischen Kleinstadt, zeigt ihre Menschen mit großer Sympathie und subtilem Humor. Und er behandelt sein immer wiederkehrendes Thema vom Fortgehen oder Hierbleiben, den Konflikt zwischen Tradition und Moderne.
Der Regisseur: Abderrahmane Sissako ist selber als 19-Jähriger aus Mauretanien aufgebrochen, um in Moskau an der Filmhochschule zu studieren. Sissako, der heute in Paris im Exil lebt, thematisiert in seinem zweiten Spielfilm den Moment des Übergangs, das Abschiednehmen vom Vertrauten und das Warten auf etwas Neues, dessen Umrisse noch nicht erkennbar sind. In diesem Warten liegt für ihn der Moment des Glücks. Dafür findet er Bilder von großer Ruhe und Schönheit, in die man sich erst hineinsehen muss, um die Geschichte dahinter zu erahnen.
`Der eindrücklichste Film aus Afrika seit langem: ein Gedicht über die Wüste, das Warten, den Raum und die Zeit` (Walter Ruggle).
Großer Preis der FESPACO 2003! Preis der internationalen Filmkritik beim Filmfestival in Cannes 2002!
Zu Gast: Prof. Dr. Brigitte Reinwald
Professorin für afrikanische Geschichte am Historischen Seminar der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. - Brigitte Reinwald lehrt und forscht u.a. zur Geschichte Afrikas, insbesondere der Sozial- und Kulturgeschichte West- und Ostafrikas, der frankoafrikanischen Kolonialgeschichte, zu Film und Alltagskultur.
Cinema Global
Nouadhibou ist ein kleiner Ort an der mauretanischen Küste, umgeben vom Wüstensand der Sahara. Das Leben zieht langsam vorüber, zwischen den blendend weißen Häusern und den Liedern, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, im Warten auf ein imaginäres Glück.
Der 17jährige Abdallah besucht seine Mutter, bevor er für immer nach Europa geht. Weil er den lokalen Dialekt nicht spricht, fühlt er sich als Außenseiter. Anfangs macht er sich sogar ein wenig lustig über die Bewohner, deren Gewohnheiten und die traditionell farbenfrohe, handgewebte Kleidung. Aus Distanz betrachtet er diese für ihn fremde Gemeinschaft. Aber dann erwacht doch sein Interesse. Er lernt die junge, melancholische Nana kennen; Makan, eine chinesische Immigrantin, die eine Schwäche für Karaoke hat; und den alte Monsieur Maat, dessen Fähigkeiten als Elektriker einiges zu wünschen übrig lassen. Am meisten aber fühlt er sich zu dem quirligen 12jährigen Khatra hingezogen, der vor Aktivität sprüht und neugierig auf die Welt ist.
Schwebend leicht ist Sissakos Erzählung von dem jungen Mann, der Abschied nehmen will von seiner afrikanischen Heimat, um in den Norden zu reisen. Traumhaft schön sind die Bilder aus der mauretanischen Sandwüste. Der Filmemacher betrachtet das kleine Fischerstädtchen Nouadhibou als einen Ort des Übergangs. Er schildert das Leben in dieser afrikanischen Kleinstadt, zeigt ihre Menschen mit großer Sympathie und subtilem Humor. Und er behandelt sein immer wiederkehrendes Thema vom Fortgehen oder Hierbleiben, den Konflikt zwischen Tradition und Moderne.
Der Regisseur: Abderrahmane Sissako ist selber als 19-Jähriger aus Mauretanien aufgebrochen, um in Moskau an der Filmhochschule zu studieren. Sissako, der heute in Paris im Exil lebt, thematisiert in seinem zweiten Spielfilm den Moment des Übergangs, das Abschiednehmen vom Vertrauten und das Warten auf etwas Neues, dessen Umrisse noch nicht erkennbar sind. In diesem Warten liegt für ihn der Moment des Glücks. Dafür findet er Bilder von großer Ruhe und Schönheit, in die man sich erst hineinsehen muss, um die Geschichte dahinter zu erahnen.
`Der eindrücklichste Film aus Afrika seit langem: ein Gedicht über die Wüste, das Warten, den Raum und die Zeit` (Walter Ruggle).
Großer Preis der FESPACO 2003! Preis der internationalen Filmkritik beim Filmfestival in Cannes 2002!
Zu Gast: Prof. Dr. Brigitte Reinwald
Professorin für afrikanische Geschichte am Historischen Seminar der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. - Brigitte Reinwald lehrt und forscht u.a. zur Geschichte Afrikas, insbesondere der Sozial- und Kulturgeschichte West- und Ostafrikas, der frankoafrikanischen Kolonialgeschichte, zu Film und Alltagskultur.
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