Gespräch Donnerstag, 16. Juli 2020

Connecting throughout the World - Roma in der Corona-Krise

Bosnien und Herzegowina

Datum, Uhrzeit
Do., 16. Juli 2020,
20.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
▶ Online-Veranstaltung

Veranstalter/in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)

// LIVESTREAM am 16. Juli, 20 Uhr, auf YouTube//
Staffel 2, Episode 1

Connecting throughout the World ist eine Serie von Online-Konferenzen. In jeder Folge sprechen wir mit Menschen in verschiedenen Ländern über die allgemeine Situation von Roma und wie sie sich durch die Covid19- Pandemie verändert hat.

In der vierten Folge reden wir mit Denis Mujic von dem Romnja-Verband Bessere Zukunft (Udruženje žena Romkinja Bolja Budućnost) über die Situation von Roma in Bosnien-Herzegowina und in Tuzla. Wir sprechen über Frauenrechte, Bildung, die Einschränkungen in der Corona-Krise und Rassismus.

ZEIT: 16. Juli 2020 // 20.00 Uhr
ORT: YouTube

Viele Angehörige der Roma-Communities in Europa leben in prekären Verhältnissen, häufig in überfüllten Siedlungen ohne Wasser und Strom, womit sie kaum die Möglichkeit haben, sich vor einer Infektion zu schützen. Oft haben sie zudem keinen Zugang zum Gesundheitssystem. Ihren Lebensunterhalt bestreiten viele im informellen Sektor, etwa durch das Sammeln und dem Verkauf von Wertstoffen oder in der Saisonarbeit. Diese Einkommensmöglichkeiten fallen nun fast gänzlich weg.
Die Lebensbedingungen sind die Folge jahrzehntelanger struktureller Diskriminierung. Nun kommen diskrimi­nie­rende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus hinzu. In Bulgarien und in der Slowakei stehen ganze Roma-Siedlungen unter Ausgangssperren. Roma aus Armutsvierteln und rückkehrende Roma aus den reicheren EU-Ländern werden unter Generalverdacht gestellt, das Virus zu verbreiten. In der Ukraine gibt es Berichte von gewaltsamen Vertreibungen von Roma. In Nordmazedonien ist eine Frau in den Wehen  gestorben, weil sie zunächst tagelang keine Hilfe bekommen hat und dann, da sie Fieber hatte, stundenlang vor der Klinik auf das (negative) Ergebnis eines Coronatests warten musste.
Ähnliche Berichte gab es auch vor Corona schon. Diese sollen nun endlich gehört werden, denn der Virus macht eins besonders deutlich: Wir sind alle gleich. Wir haben aber nicht alle die gleichen Rechte.
Wir werden berichten. Europaweit und darüber hinaus. Mit Menschen reden, die vor Ort sind und uns informieren. Aber wir wollen auch handeln, und uns gegenseitig stärken, nicht zuletzt praktische Unterstützung schaffen. #leavenoonebehind In einer Online-Reihe berichten wir aus verschiedenen Ländern.

Eine Kooperationsveranstaltung von:
Gruppe gegen Antiromaismus Dresden
Roma Antidiscrimination Network / Roma Center e.V.
riesa efau. Kultur Forum Dresden
Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.
Roma Respekt / Weiterdenken e.V.
Doku+ Recherchegruppe
akate / Flüchtlingsrat Bremen

gefördert von:
Lokales Handlungsprogramm der Stadt Dresden
Bundeszentrale für politische Bildung im Rahmen des Projektes: ­Gesellschaft-Kunst-Politik. Praxen für gesellschaftliche Selbstwirksamkeit

Die Veranstaltung wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

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