- Dienstag, 24. September 2013 – Montag, 14. Oktober 2013 In meinem Kalender speichern
Das große Schweigen und seine Folgen
(Ver)Schweigen begleitet unsere Kultur. Gegen das Vergessen ist der Auftrag. Oder ist es gar besser zu vergessen und nicht stets in der „Wunde der Erinnerung“ zu rühren? Nach vorne Denken! So die oft artikulierte Losung der Gegenwart. Die Veranstalter wollen sich mit dieser Reihe dem Phänomen des Vergessens und Verschweigens in der (ost)deutschen Nachkriegsgesellschaft näheren. Welche Dimension hatte das Schweigen nach 1945 auch für die Bewältigung persönlicher Schuld? War es legitim über die Zeit des Nationalsozialismus zu schweigen? Und was sind die Folgen für die Nachkriegsgesellschaft? Wurde in den beiden deutschen Staaten nach 1945 anders geschwiegen? Es soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit die Herrschenden der DDR ihre Legitimation aus dem Sprechen über die Zeit des Nationalsozialismus zogen. Und was dennoch verschwiegen wurde? Wie sieht Geschichtsaufarbeitung in einer „schweigenden Mehrheit“ aus? Und warum entstehen überhaupt schweigende Mehrheiten? Welche Rolle spielt „Sprechen“ für die Auseinandersetzung mit Geschichte? Nach 1990 mussten sich viele Ostdeutsche wieder mit dem „Sprechen“ auseinandersetzen. Die Revolution von 1989/90 verlief auch über das Sprechen. Die Bevölkerung wollte ihre Stimme, ihre Sprache wiederfinden und in den Stadthallengesprächen, auf den Demonstrationen tat sie dies auch. Nach der großen „Un-Ruhe“ setzte ab 1990 erneut eine Zeit des Schweigens ein. Auch hier wurde wie-der die Vergangenheit in der DDR genauso verschwiegen, wie verschwiegen wurde, dass der Weg aus der Diktatur heraus ein langer, und anstrengender sein wird. Die Kinder wuchsen nach 1990 in einer sprachlosen oder nach Sprache suchenden Gesellschaft auf. Eltern die oft über ihr Leben in der DDR schwiegen, Kinder, die das Nachfragen scheuten. Sprachlos betrachten sie gemeinsam die Auswirkungen der deutschen demokratischen Gesellschaft.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Gedenkstätte „Erinnerungsort Topf & Söhne“ und der Stiftung Ettersberg statt.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Gedenkstätte „Erinnerungsort Topf & Söhne“ und der Stiftung Ettersberg statt.
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Thüringen