Film und Gespräch Donnerstag, 17. Oktober 2019 /
Dresden

"Das Sandmädchen" - Ein anderer Blick auf Behinderung in Film und Fernsehen

Film und Gespräch

Urheber/in: Kunj Parekh (unsplash). Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons License.
Datum, Uhrzeit
Do., 17. Okt. 2019,
19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
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Veranstalter/in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen

Tapferkeit, Leid und Heldentum - wenn es um Menschen mit Behinderung in Film und Fernsehen geht, werden meist bedeutungsschwere, klischeehafte Worte, Bilder und Erzählungen genutzt. Menschen mit Behinderung werden zu Objekten gemacht, denen Leid unterstellt und mit Mitleid begegnet wird. Der mediale Blick auf sie ist defizitorientiert. Sie werden häufig als Opfer, selten als unabhängig handelnde Personen wahrgenommen und gezeigt. Denn nur vermeintliche körperliche und geistige Leistungsfähigkeit gelten in unserer Gesellschaft als Voraussetzung für ein eigenständiges und zufriedenes Leben.

Es geht aber auch anders: Der Dokumentarfilm "Das Sandmädchen" von Mark Michel zeigt das Leben, die Gedanken und Gefühle von Veronika Raila, die mit Autismus und schweren, mehrfachen, körperlichen Beeinträchtigungen lebt. Im Kindesalter wurde ihr ein Intelligenzquotient von Null attestiert. Heute studiert sie Literatur und Theologie, schreibt Gedichte und Geschichten. Der Film zeigt assoziative Bilder, behutsame Alltagsbeobachtungen und ausgewählte Texte und lässt so eine Annäherung zu, in der nicht Veronika Railas Beeinträchtigungen im Mittelpunkt stehen, sondern ihr Blick auf Kunst und Gesellschaft.

Der Dokumentarfilm ist unter Beteiligung von Veronika Raila entstanden. Sie ist zugleich Protagonistin und Co-Autorin. Über die Arbeit am Film schreibt sie: „In Erinnerung bleibt auch die Frage von Mark, wel- ches Bild ich gerne noch im Film hätte. Das fühlte sich gut an, hier war ich kein Objekt des Betrachtens, hier war ich ein Subjekt, das mitbestimmte.“

Die Veranstaltung legt ihren Fokus auf die Frage, wie sich der mediale Blick auf Menschen mit Behinderung verändern muss und was Filme wie "Das Sandmädchen" dazu beitragen können. Zunächst wird der Film "Das Sandmädchen" gezeigt. Danach diskutiert Gesine Wegner mit Wolfgang Janßen. Und auch Ihre Meinung interessiert uns.

Zeit: 17. Oktober 2019 // 19:30 bis 21:30
Ort: Programmkino Ost // Schandauer Straße 73 // Dresden
Mit:
Gesine Wegner // Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dresden
Wolfgang Janßen // Initiator von Rollenfang, einer Plattform für Inklusion in Film und Fernsehen
Mark Michel // Regisseur "Das Sandmädchen"

Eintritt ist frei.

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